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Wissen Gesundheit
03/25/2021

Impfung von Chirurgie-Patienten könnte Zehntausende Leben retten

Laut einer aktuellen Studie könnten Tausende postoperative Fälle in Zusammenhang mit dem Virus durch ein Vorziehen der Impfung verhindert werden.

Patienten, die auf eine Operation warten, sollten vor der Allgemeinbevölkerung gegen Covid-19 geimpft werden. Dies könnte Tausende von postoperativen Todesfällen im Zusammenhang mit dem Virus verhindern, wie eine internationale Studie mit Schweizer Beteiligung zeigt.

0,6 bis 1,6 Prozent der Patienten entwickeln nach elektiven (das heißt nicht notfallmäßigen) Operationen eine Covid-19-Infektion, steht in der Studie, die am Mittwoch im British Journal of Surgery veröffentlicht wurde. Patienten mit einer Covid-19-Infektion haben ein vier- bis achtfach höheres Sterberisiko im ersten Monat nach der Operation.

Patienten über 70 haben normalerweise nach einer Krebsoperation eine Sterblichkeitsrate von 2,8 Prozent. Entwickeln sie aber eine Infektion mit dem Coronavirus, steigt die Sterblichkeitsrate auf 18,6 Prozent.

15.000 Chirurgen arbeiteten an der Studie mit

Die Wissenschafter haben errechnet, dass die präoperative Impfung von betagten Chirurgiepatienten die Todesfallrate etwa sechs Mal stärker senkt als die Impfung der gleichen Altersstufe in der Allgemeinbevölkerung: Um ein Leben über ein Jahr zu retten, müssten in der Allgemeinbevölkerung 1.840 Personen über 70 Jahre geimpft werden.

Bei Krebspatienten über 70 vor der Operation reicht es, 351 zu impfen, um ein Leben über ein Jahr zu retten.

Weltweit könnte die Priorisierung von präoperativen Impfungen bei Patienten vor elektiven chirurgischen Eingriffen 58.687 Covid-19-bedingte Todesfälle in einem Jahr verhindern. Das internationale Team unter der Leitung von Co-Lead-Autor Aneel Bhangu von der Universität Birmingham hat Daten von 141.582 Patienten aus 1.667 Spitälern in 116 Ländern - darunter Australien, Brasilien, China, Indien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Großbritannien und die USA - ausgewertet.

In der Schweiz hätten 54 Ärzte aus neun Spitälern Daten von 555 Patienten aus allen operativen Disziplinen geliefert, schreibt die NZZ. Den Schweizer Beitrag koordinierte der Chirurg Michel Adamina vom Kantonsspital Winterthur.

Weltweit haben 15.000 Chirurgen mitgewirkt. Das mache die Studie zur bisher größten wissenschaftlichen Zusammenarbeit aller Zeiten, sagt Co-Lead-Autor Dmitri Nepogodiev von der Universität Birmingham.

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