Ärzte-Appell: Impfen ist "ein Akt der Solidarität"

Ärzte-Appell: Impfen ist "ein Akt der Solidarität"
Krebskranke, Herzkranke und Unfallopfer würden unter überlasteten Spitälern leiden, warnen Ärzte und rufen zur Impfung auf.

Eine Impfung gegen Covid-19 bedeutet nicht nur Eigenschutz, sondern auch solidarisches Handeln in einer Gesellschaft. Diese Solidarität durch eine höhere Impfrate brauchen etwa Krebskranke, die oft wegen eines beeinträchtigten Immunsystems einen geringeren Impfschutz und schwerere Covid-Verläufe haben. Auch Herzkranke und Unfallopfer leiden unter überlasteten Spitälern. Davor warnen Krebshilfe sowie Onkologische, Kardiologische und Intensivmedizin-Gesellschaft nun gemeinsam.

"Es geht darum, durch eine ausreichend hohe Immunisierung in der Bevölkerung einen Schaden für das Gesundheitssystem als Ganzes abzuwenden, denn anders können wir dieser Pandemie nicht Einhalt gebieten." Das betonen die Präsidenten der Krebshilfe, der Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie (ÖGHO), der Kardiologischen Gesellschaft (ÖKG) und der Gesellschaft für Anästhesiologie, Reanimation und Intensivmedizin (ÖGARI) in dem Appell. Die Mediziner sehen die Politik zum Handeln gefordert.

"Krebspatientinnen und -patienten sind in der Pandemie besonderen Risiken ausgesetzt", erläuterte ÖGHO-Präsident Wolfgang Hilbe. Das betreuende Gesundheitspersonal sowie Angehörige haben eine besonders große Verantwortung, sich impfen zu lassen, sagte der Onkologe. Krebshilfe-Präsident Paul Sevelda betonte: "Als Gesellschaft haben wir die Verpflichtung, vulnerable Gruppen bestmöglich zu schützen. Sich gegen Covid-19 impfen zu lassen dient daher nicht nur dem eigenen Schutz, sondern ist auch ein Akt der Solidarität gegenüber anderen, der selbstverständlich sein sollte."

"Wie gefährlich eine Beeinträchtigung der Gesundheitsversorgung durch die Pandemie und durch eine hohe Zahl an schweren Covid-19 Erkrankungen sein kann, konnten wir in der Herzmedizin bereits in mehreren Studien zeigen", sagte ÖKG-Präsident Bernhard Metzler. Eine Arbeit der Innsbrucker Universitätsklinik, die demnächst im renommierten "European Heart Journal" erscheinen wird, zeige, dass Herzinfarkte, die während der Pandemie auftraten, größer und mit stärkeren Schädigungen verbunden waren, verglichen mit Myokardinfarkt-Fällen vor der Pandemie. "Ausreichend viele geimpfte Menschen sind die Voraussetzung dafür, dass wir dieses Problem überwinden", erklärte Metzler.

Die Krebshilfe und die medizinischen Fachgesellschaften rufen noch Ungeimpfte dazu auf, sich impfen zu lassen bzw. bereits Geimpfte, bei denen es laut aktuellen Empfehlungen bereits Zeit für eine Auffrischung ("dritter Stich") ist, sich impfen zu lassen. "Wir sehen in den Spitälern tagtäglich die Kollateralschäden, die eine unzureichende Impfquote mit sich bringt: Nämlich zu viele schwer kranke Covid-19 Patientinnen und Patienten auf den Normal- und den Intensivstationen, und zu viele Patientinnen und Patienten mit anderen Erkrankungen, die unter der zu hohen Belastung der Versorgungsressourcen zu leiden haben", betonte ÖGARI-Präsident Walter Hasibeder. "Das müsste nicht so sein."

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