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Hitze belastet Menschen mit chronischen Schmerzen zusätzlich

Rund 1,8 Millionen Österreicher leben mit chronischen Schmerzen. Anhaltend hohe Temperaturen, Schlafmangel und weniger Bewegung können die Beschwerden verstärken.
Eine Frau greift sich an den Rücken.

Wochenlang hohe Temperaturen und heiße Nächte: Die anhaltende Hitze ist für viele Menschen mehr als nur unangenehm. Besonders belastend kann sie für jene sein, die bereits mit chronischen Schmerzen leben. Das betrifft in Österreich rund 1,8 Millionen Menschen und damit etwa jeden Fünften und jede Fünfte in Österreich.

„Anhaltende Hitze bedeutet für unseren Organismus zusätzlichen Stress. Für Menschen mit chronischen Schmerzen kann diese Belastung besonders relevant sein, weil mehrere Faktoren zusammenkommen: Kreislaufbelastung, schlechterer Schlaf, Erschöpfung und weniger körperliche Aktivität können dazu beitragen, dass bestehende Beschwerden stärker wahrgenommen werden“, erklärt Richard Crevenna, Präsident der Österreichischen Schmerzgesellschaft.

Tropennächte beeinträchtigen Schlaf

Vor allem sogenannte Tropennächte, in denen die Temperaturen nicht unter 20 Grad absinken, können die Regeneration beeinträchtigen. „Schmerz ist kein isoliertes Phänomen. Schlaf, psychische Belastung, körperliche Aktivität und das allgemeine Wohlbefinden beeinflussen, wie wir Schmerzen erleben“, so Crevenna. „Wenn Menschen über Tage oder sogar Wochen schlecht schlafen und gleichzeitig durch die Hitze körperlich belastet sind, kann sich das auch auf ihre Schmerzsituation auswirken.“

Bewegung anpassen statt einstellen

Viele Menschen reduzieren bei Hitze ihre Bewegung deutlich. Für Menschen mit chronischen Beschwerden ist völlige Inaktivität jedoch meist keine gute Lösung. Crevenna empfiehlt, körperliche Aktivitäten in die kühleren Morgen- oder Abendstunden zu verlegen und die Intensität zu reduzieren.

„Bei chronischen Schmerzen ist regelmäßige, individuell angepasste Bewegung ein wichtiger Bestandteil der Behandlung. Während einer Hitzeperiode sollte man nicht versuchen, sein gewohntes Programm um jeden Preis durchzuziehen. Aber ebenso wenig sollte man über Wochen völlig darauf verzichten“, betont der ÖSG-Präsident.

Besonders ältere Menschen und Menschen mit chronischen Erkrankungen sollten auf ausreichendes Trinken achten. Kopfschmerzen, Schwindel, Schwäche oder Kreislaufbeschwerden können Warnzeichen einer zu starken Hitzebelastung sein. „Unser Rat ist deshalb: Belastung reduzieren, aber in Bewegung bleiben, dabei ausreichend trinken sowie Erholung ermöglichen und vor allem Veränderungen der Beschwerden ernst nehmen.“

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