Müdigkeit, Atemwegserkrankungen & Co.: Das macht die Hitze mit dem Körper
„Für viele Menschen bedeutet Hitze Schlechtwetter“, sagt Hans-Peter Hutter, Umweltmediziner von der MedUni Wien, und meint damit jene, die arbeitsbedingt solchen Wetterbedingungen ausgesetzt sind: Gärtner, Bauarbeiter oder Landwirte. Hitze versetzt den Körper in Alarmbereitschaft.
„Die Abwehrmaßnahmen unseres Körpers sind komplex und bewundernswert effizient aufgebaut“, so Hutter. Deshalb fährt er bei hohen Temperaturen ein Notfallprogramm. Das Herz pumpt auf Hochtouren Blut in die Extremitäten die Blutgefäße in der Haut weiten sich, der Schweiß fließt. Klingt nach harter Arbeit? Ist es auch. „Das Herz-Kreislauf-System wird angekurbelt.“ Der Blutdruck sinkt, worunter wiederum die Sauerstoffversorgung des Gehirns leidet. Resultat: „Müdigkeit, Schwindel, Konzentrationsprobleme, Kopfschmerzen – im schlimmsten Fall droht ein Kollaps.“
Hitze betrifft praktisch alle Körpersysteme: Die Nieren arbeiten auf Hochtouren, während die Verdauung runtergefahren wird. Die Muskeln werden weniger durchblutet, damit sie nicht zusätzlich „innere“ Wärme produzieren. Hutters Tipp: „Alles viel ruhiger angehen, denn jede körperliche Aktivität heizt zusätzlich ein.“
Das Wichtigste sei selbstverantwortliches Verhalten: mehr Flüssigkeit als sonst zu sich nehmen, nicht auf einmal, sondern über den Tag verteilt. Alkohol? Ein „No-Go“, vor allem untertags. Er entwässert und verschärft die Konzentrationsschwäche. Denn „Hitzestress reduziert die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit, weil der Organismus mit der Wärmeabgabe beschäftigt ist. Wir haben schlicht viel weniger Kapazitäten für zusätzliche Aufgaben.“
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