Handys schaden der Lesekompetenz von Volksschulkindern
Der Besitz eines Handys im Volksschulalter beeinflusst die Lesekompetenz, sagen US-Forschende.
Forschende der University of California in Los Angeles (UCLA) fanden einen statistisch signifikanten Zusammenhang zwischen Handybesitz und schlechteren Leseleistungen. Kinder, die ein Handy besaßen, verstanden Texte schlechter als jene ohne Gerät. Die Studie wurde im Fachjournal Behavioral Sciences veröffentlicht.
„Wir haben festgestellt, dass es kein Alter gibt, in dem man einem Kind ein Handy geben kann, das besser oder schlechter für die Lesekompetenz wäre – es geht einfach darum, überhaupt ein Handy zu haben“, sagt Studienleiterin Patricia Greenfield, Psychologieprofessorin an der UCLA. „Das gilt für die dritte Schulstufe genauso wie für die sechste.“
Schlechtere Lesekompetenz bei Kindern, die ein Handy haben
Die Forschenden testeten die Lesekompetenz von Dritt- und Sechstklässlern an öffentlichen Schulen in Los Angeles County. Die Kinder lasen kurze Texte und wurden anschließend zum Inhalt befragt. Zudem füllten sie Fragebögen zu Handybesitz und -nutzung aus.
Das Ergebnis: Kinder, die ihr Handy in die Schule mitbrachten, hatten die gleichen Lesewerte wie jene, die es zu Hause ließen. Auch ob das Handy auf dem Tisch lag oder außer Sicht war, machte keinen Unterschied. Ablenkung durch Benachrichtigungen konnte nicht getestet werden, da die Schülerinnen und Schüler während der Experimente kaum Nachrichten erhielten.
„Es ist der Besitz eines Handys, nicht dessen unmittelbare Anwesenheit, der mit schlechterer Lesekompetenz auf Volksschulniveau korreliert“, so Greenfield.
Eine Ausnahme: Kinder mit anderer Muttersprache
Die Studie brachte auch gute Nachrichten: Für Kinder aus Familien, in denen zu Hause kein Englisch gesprochen wurde, galt: Je früher sie begannen, SMS zu schreiben, desto besser war ihre Lesekompetenz. Kinder aus arabisch- oder spanischsprachigen Haushalten, die in der zweiten oder dritten Schulstufe zu texten begannen, erreichten bis zur sechsten Schulstufe ähnliche Lesewerte wie Gleichaltrige ohne Handy.
„Wenn Sie ein Handy haben und aus einer Familie kommen, in der zu Hause nicht die Landessprache gesprochen wird, ist es für die Lesekompetenz besser, früher statt später mit dem Texten zu beginnen“, erklärt Greenfield.
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