© Getty Images/iStockphoto/Rimma_Bondarenko/iStockphoto

Wissen Gesundheit
03/17/2020

Corona: Was Sie jetzt für Ihr Immunsystem tun können

Wie Sie mit einfachen Mitteln jetzt für sich selbst sorgen, verraten drei Gesundheitsexperten. Teil 1: Körper und Ernährung.

von Gabriele Kuhn

Wie kann ich mir Gutes tun, und mein Immunsystem stärken? Das fragen sich im Moment sehr viele Menschen. Das neue Virus Sars-CoV-2 ist für den Körper etwas völlig Neues und Unbekanntes, das Immunsystem ist darauf nicht vorbereitet.  Deshalb sind Händewaschen, Abstand halten und Selbstisolation im Moment die wichtigsten Maßnahmen, um einer Infektion vorzubeugen.

Gut für sich zu sorgen, ist dennoch ein wichtiger Beitrag in Form von Selbstermächtigung, der Körper und Psyche unterstützt. Wir haben bei drei Menschen aus Gesundheitsberufen nachgefragt, was sie empfehlen – und was sie selbst tun, damit es ihnen gut geht. Diese drei grundlegenden Pfeiler sind als Basis-Schutz besonders wichtig - Nichtrauchen, ausreichend Schlaf sowie Stressreduktion. Was sonst noch unterstützt:

Petra Faustka, TCM-Ernährungs- und Lebensberaterin

Die Expertin empfiehlt „vorwiegend Warmes zu essen für die kühle und kalte Jahreszeit – und vor allem regelmäßige Mahlzeiten.“ Besonders das Frühstück ist wichtig: Nach TCM (Traditionelle Chinesische Medizin) arbeiten Magen und Darm zwischen 7 Uhr Früh und 11 vormittags am besten: „Das Frühstück stärkt für den Tag. Es soll leicht verdaulich, vollwertig und warm sein, zum Beispiel Porridge mit Mandelmus.“ Sie betont außerdem wie wichtig es ist, ausreichend zu trinken - etwa Birnensaft, weil dieser die Schleimhäute befeuchtet. Das gilt übrigens auch für Pfirsich- Marillen oder Birnenkompott. Die Speisen sollten abwechslungsreich, bunt und vielfältig sein: „Dabei soll ein ausgewogenes Verhältnis von Getreide, Hülsenfrüchten, Obst, Gemüse, Nüssen und Samen ausgewählt werden.“ Ideal für diese Jahreszeit: Spargel, als Suppe, Risotto, gekocht, im Ofen oder Wok, etwa mit Kohlrabi, Brokkoli, Lauch, Karotten, Jungzwiebel, Pilzen, Fenchel.  Dazu kommen frische Kräuter wie Petersilie und Schnittlauch sowie Gewürze wie Ingwer, Zimt, Nelken, Anis, Fenchel, Kümmel, Curry, Kreuzkümmel und Kurkuma. Weiters:  Eier weich gekocht oder als Rührei, Spiegelei. In Maßen Fisch, Hühnerfleisch, Wild, Rindfleisch. Sojaprodukte, wie Tofu oder Sojajogurt oder –pudding in kleinen Mengen. Und sie setzt sehr stark auf entspannende Momente: „Ein Bad, gute Bücher lesen oder Qi Gong.“

Mag. Richard Palfalvi, Shiatsu-Praktiker

„Bewegung und Sport sind wichtig, aber mit Maß und Ziel“, sagt der Experte. Zu wenig oder nichts ist genauso schlecht wie ein Übermaß an sportlicher Betätigung, bei der man sich völlig auslaugt: „Extreme schaden dem Körper und seinem energetischen System, weil zu viel Qi verbraucht wird, das dann in anderen Situationen benötigt wird – es fehlt vor allem, wenn die Regeneration nicht gelingt oder nicht darauf geachtet wird. Besser also 15 bis 30 Minuten jeden zweiten Tag Laufen, Stiegensteigen, gezieltes Muskeltraining oder aber einfach nur Tanzen.“ Aus ganzheitlicher Sicht seien Yoga, Qi-Gong und Tai-Qi zu bevorzugen, täglich 15 bis 45 Minuten. „Es sind Bewegungsarten, die gezielt das energetische System des Menschen stärken – nicht nur auf der muskulären und der Ausdauer-Ebene. Das wirkt sich energetisch und psychisch auf den Menschen aus.“ Ernährung betrachtet er als „die wichtigste Basis für ein starkes Immunsystem – hier gilt für ihn die simple Regel: "In der Früh wie ein Kaiser, zu Mittag wie ein König und abends wie ein Bettelmann. Falls es an Zeit fehlt, dann unbedingt qualitative Suppen in den Speiseplan einbauen.“ Er persönlich setzt auf viel frisches und qualitativ hochwertiges (gut gekochtes, aber nicht zerkochtes) Gemüse und Obst, und da vor allem auf rote Beeren.  „Aber man sollte nur gelegentlich mit Rohkost ergänzen.“ Daher isst er viel gutes und lang gekochtes Getreide, weil das stärkt. Das Immunsystem wird außerdem durch regelmäßiges Kneipen und Kneipduschen aktiviert/trainiert.

Mag. Marianne Freudenschuß, Pharmazeutin, Sonnenapotheke, Wien

„In Apotheken achten wir auf alle empfohlenen Maßnahmen, also Distanzierung, Hygiene und Abstand", sagt die Pharmazeutin. So sollen demnächst eigene Plexiglaselemente vor direktem Kundenkontakt schützen, im Verkaufsraum selbst dürfen sich nicht mehr als ein Kunde aufhalten. „Außerdem schicken uns die Ärzte ihre Rezepte per Fax, sodass sich der Kundenkontakt reduziert und die Patienten nur einmal kommen müssen, um das Medikament abzuholen.“ Sie selbst empfiehlt vor allem natürliches Vitamin C, in etwas erhöhter Dosis, also 2 – 3 Gramm pro Tag sowie die Substitution von Vitamin D, nach diesem Winter: „Die Reserven sind, trotz Sonne, noch nicht aufgefüllt.“ Zink sei ebenfalls zu empfehlen – und Sternanis, der antiviral wirkt. „Ich selbst beginne meinen Tag mit einer Tasse warmem Wasser und Grapefruitkernextrakt.“ Während des Tages trinkt die Apothekerin sehr viel – abgekochtes Wasser, auch lauwarmen Ingwertee mit Propolis, „weil es darum geht, die Schleimhäute feucht zu halten. Und wir lüften sehr oft.“

Lesen Sie bitte morgen: Wie Sie Angst und Stress reduzieren und wieder mehr in Ihre Mitte kommen können.