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mRNA-Grippeimpfstoff wirksamer als Standardimpfstoff

Eine große internationale Studie zeigt: Ein experimenteller mRNA-Impfstoff gegen Grippe schützt Erwachsene ab 50 Jahren besser vor Erkrankung als herkömmliche Impfstoffe.
Eine Spritze wird mit einer Lösung aufgezogen.

Über 40.000 Erwachsene ab 50 Jahren haben an der Studie teilgenommen, die im New England Journal of Medicine veröffentlicht wurde. Die Hälfte erhielt den neuen mRNA-Impfstoff mRNA-1010, die andere Hälfte einen zugelassenen Standardimpfstoff.

Wirksamkeit um 26,6 Prozent höher

Das Ergebnis: Der mRNA-Impfstoff verhinderte 26,6 Prozent mehr Grippeerkrankungen als der Vergleichsimpfstoff. Bei den Geimpften mit mRNA-1010 erkrankten 2,0 Prozent an einer durch PCR-Test bestätigten Grippe, bei der Standardimpfung waren es 2,8 Prozent. Die Teilnehmer wurden durchschnittlich 181 Tage lang beobachtet.

Der neue Impfstoff basiert auf der mRNA-Technologie, die auch bei Corona-Impfstoffen zum Einsatz kam. Er enthält genetische Informationen für Oberflächenproteine (Hämagglutinin) jener Grippeviren, die von der Weltgesundheitsorganisation für die jeweilige Saison empfohlen werden.

Mehr Nebenwirkungen als bei Standardimpfung

Allerdings traten bei mRNA-1010 häufiger Nebenwirkungen auf:

  • Schmerzen an der Einstichstelle: 65,8 Prozent (Standardimpfstoff: 29,8 Prozent)
  • Müdigkeit: 45,1 Prozent (Standardimpfstoff: 20,3 Prozent)
  • Kopfschmerzen: 37,8 Prozent (Standardimpfstoff: 18,0 Prozent)
  • Muskelschmerzen: 35,4 Prozent (Standardimpfstoff: 11,6 Prozent)

Die meisten Reaktionen waren laut Studienautoren leicht bis mittelschwer und vorübergehend. Schwere unerwünschte Ereignisse traten bei 2,2 Prozent der mRNA-Geimpften auf (drei davon wurden als impfstoffbedingt eingestuft), bei der Vergleichsgruppe waren es 1,9 Prozent (zwei als impfstoffbedingt eingestuft).

Noch keine Zulassung – offene Fragen bleiben

Grippe verursacht trotz verfügbarer Impfstoffe jedes Jahr erhebliche Krankheitslast und Todesfälle, besonders bei älteren Erwachsenen. Der experimentelle Impfstoff ist noch nicht zugelassen. Die Studie wurde von Blackstone Life Sciences und dem Pharmaunternehmen Moderna finanziert, das auch mRNA-Corona-Impfstoffe herstellt – eine bei Zulassungsstudien übliche, aber für die Einordnung relevante Konstellation.

Die Daten beziehen sich auf eine Grippesaison. Wie sich der Impfstoff über mehrere Jahre bewährt, ob er auch bei jüngeren Erwachsenen wirksam ist und wie er im Vergleich zu speziellen Hochdosis-Impfstoffen für Ältere abschneidet, muss noch untersucht werden. 

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