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Wissen Gesundheit
03/03/2021

Frauenärzte warnen: Kiffen macht unfruchtbar

Auch bei Männern sinkt die Spermienqualität, wie Studien zeigen.

Allgemein bekannt ist, dass sich Nikotin negativ auf die Samen- und Eizellqualität auswirkt und rauchende Frauen deutlich reduzierte Schwangerschaftsraten haben. Bisher gab es jedoch keine klaren Daten, ob sich ein Cannabiskonsum ebenso auf die Fruchtbarkeit auswirken kann.

Laut dem aktuellen österreichischen Drogenbericht haben etwa 30 bis 40 % der jungen Österreicherinnen und Österreicher im Laufe ihres Lebens Cannabis konsumiert. Aktuelle Medienberichte weisen darauf hin, dass seit Ausbruch der Corona Pandemie 1/3 mehr Marihuana und Haschisch durch die Polizei sichergestellt wurden als im Vorjahr.
Einige westliche Länder (und einige US-Bundesstaaten) haben innerhalb der letzten Jahre schrittweise den Gebrauch von Cannabis legalisiert, weshalb auch besonders junge, fruchtbare Frauen zunehmend Cannabis rauchen.

Chance halbiert

Eine soeben erschienene US-Amerikanische Studie an über 1200 Patientinnen mit Kinderwunsch hat anhand von Harnproben Frauen mit Cannabiskonsum identifiziert. „Die Ergebnisse dieser Studie sind durchaus bedenklich, da Frauen mit Cannabis-Missbrauch in den letzten zwölf Monaten ihre Chance auf eine Schwangerschaft fast halbierten, obwohl sie häufiger Geschlechtsverkehr hatten als Frauen ohne Cannabiskonsum,“ erklärt Priv.-Doz. DDr. Michael Feichtinger, ärztlicher Leiter des Wunschbaby Institut Feichtinger.

„Ein Grund für die reduzierte Fruchtbarkeit könnte eine direkte Beeinflussung von Cannabis auf den weiblichen Hormonhaushalt sein. So hatten Frauen mit Cannabisgebrauch in den letzten zwölf Monaten deutlich abweichende Hormonwerte im Vergleich zu Frauen ohne Cannabiskonsum,“ so Feichtinger.

 

CBD auch gefährlich

Im Gegensatz zu Cannabis werden CBD (Cannabidiol) Produkte oft fälschlicherweise als unbedenklich dargestellt. Aber bei diesen häufig konsumierten und in Österreich frei erhältlichen CBD-Produkten konnte ein Einfluss auf den Hormonhaushalt von Männern und Frauen und somit ein Einfluss auf die Fruchtbarkeit festgestellt werden. „CBD kann bei Männern zu einem Absinken des Testosterons und der Spermienanzahl führen,“ erklärt Feichtinger.

Ob sich der Cannabis- und CBD-Konsum auch langfristig auf die weibliche Fruchtbarkeit auswirkt bleibt weiterhin fraglich.
Feichtinger rät jedenfalls dazu, bei absehbarem Kinderwunsch möglichst lange vor der gewünschten Schwangerschaft aufzuhören, um keine negativen Überraschungen zu erleben.

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