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Potenzprobleme: Facharzt verrät, wie Stoßwellen helfen können

Seit einigen Jahren werden Stoßwellen auch zur Therapie der erektilen Dysfunktion eingesetzt. Ein Facharzt erklärt, wie die Behandlung funktioniert und wo die Grenzen liegen.
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Als eine „Volkskrankheit unter Männern“ bezeichnet Dr. Franklin Kuehhas, Facharzt für Urologie und Andrologie in Wien, die erektile Dysfunktion, die Beeinträchtigung der Potenz. „Ab dem 50. Lebensjahr können Sie die Lebensdekade gleichsetzen mit der Häufigkeit: Also bei 50- bis 60-Jährigen 50 Prozent Betroffene, zwischen 60 und 70 bereits 60 Prozent und unter 70- bis 80-Jährigen circa 70 Prozent.“

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Dr. Franklin Kuehhas ist Facharzt für Urologie und Andrologie in Wien. Sein Spezialgebiet liegt in der rekonstruktiven Andrologie im Bereich des männlichen Genitales.

Seit einigen Jahren wird auch die Stoßwellentherapie zur Verbesserung der Erektionsfunktion angewandt. „Die Stoßwellen führen zu kleinen Verletzungen im Penisgewebe“, erläutert Kuehhas. „Das löst die Produktion von Wachstumsfaktoren aus, und diese fördern die Bildung neuer Blutgefäße. Dadurch wird bei sexueller Stimulation mehr Blut in den Penis geleitet, die Erektionsqualität verbessert sich.“ Bei rund 70 bis 80 Prozent der Patienten zeige sich dieser positive Effekt. Signifikante Nebenwirkungen gebe es keine.

Wie Stoßwellentherapie bei erektiler Dysfunktion wirkt

Kuehhas führt vor und nach dem Ende der Stoßwellentherapie eine Ultraschalluntersuchung durch: Dabei wird gemessen, wie viel Blut bei einer Erektion in den Penis strömt: „In den meisten Fällen sehen wir einen klaren Anstieg.“

Der Androloge betont, dass die Stoßwellentherapie nur ein Symptom lindert, aber nicht den Auslöser dahinter beseitigt: „Bei erektiler Dysfunktion gibt es meist organische Ursachen wie Atherosklerose, Diabetes, Bluthochdruck oder eine Operation im Beckenbereich.“

Die Stoßwellen lösen die Produktion von Wachstumsfaktoren aus, und diese fördern die Bildung neuer Blutgefäße.

von Androloge Dr. Franklin Kuehhas

Der klassische Kandidat für eine Stoßwellentherapie ist ein Patient, der bereits Medikamente nimmt, PDE5-Inhibitoren wie z. B. die Wirkstoffe Sildenafil (Viagra) oder Tadalafil (Cialis). Diese erweitern die Arterien und fördern dadurch ebenfalls die Durchblutung der Schwellkörper im Penis.

„Viele wollen aber die Dosis reduzieren bzw. versuchen auch, ganz ohne Medikamente auszukommen. Zeigt sich durch die zusätzliche Stoßwellentherapie eine weitere Verbesserung der Erektionsqualität, probieren es viele Patienten zunächst mit einer niedrigeren Tablettendosis.“

Während Medikamente rasch und kurzfristig die Erektionsfähigkeit verbessern, ist das bei den Stoßwellen „ein langsamer Prozess, der ab Therapiebeginn bis zu drei Monate dauern kann, bis dauerhaft der maximale Effekt eintritt“.

In der Praxis des Urologen Kuehhas umfasst ein Therapiezyklus sieben Behandlungen (zwei pro Woche) zu je 30 Minuten (1.900 Euro).

Wichtig sei, dass die Patienten gleichzeitig auf ihren Lebensstil achten: „Lebensstilmaßnahmen wie körperliche Aktivität, Gewichtsreduktion oder ein Rauchstopp sind die Grundlage der Therapie der erektilen Dysfunktion. Und natürlich müssen die Grunderkrankungen gut therapiert werden.“

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