Ebola: „Zuversichtlich, dass bald ein Impfstoff zur Verfügung steht“
Vier Ebolavirus-Arten haben bisher zu nachgewiesenen Infektionen beim Menschen geführt – am häufigsten das Zaire-Ebola-Virus, das auch den bisher größten Ausbruch (2013 bis 2016 in Westafrika) ausgelöst hat. Gegen dieses gibt es einen von der WHO zugelassenen Impfstoff, nicht aber gegen das Bundibugyo-Ebola-Virus, das für den aktuellen Ausbruch verantwortlich ist.
Die Uni Oxford startete Anfang Juli in England eine erste klinische Studie mit einem Impfstoffkandidaten gegen das Bundibugyo-Virus an 50 gesunden Erwachsenen zur Prüfung der Sicherheit. Weitere Impfstoffkandidaten sind in Entwicklung.
Der Virologe Christoph Steininger, MedUni Wien/AKH Wien, ist zuversichtlich: „Bei dem Ebola-Ausbruch 2013 wurden auch schon zwei Impfstoffe auf Basis der mRNA-Technologie evaluiert, die Entwicklung wurde danach aber nicht weiterverfolgt. Wie sich auch in der Corona-Pandemie gezeigt hat, können mRNA-Impfstoffe rasch auf unterschiedliche Erreger angepasst werden. Deshalb kann ich mir vorstellen und bin zuversichtlich, dass bald auch ein Impfstoff gegen das Bundibugyo-Ebola-Virus zur Verfügung steht.“
Noch gibt es auch keine spezielle Therapie gegen diese Virus-Art. Seit Anfang Juli läuft in der DR Kongo eine Studie zu einer Kombi-Therapie eines Antikörpers (MBP 134) mit dem antiviralen Medikament Remdesivir. Damit wurde auch der US-Arzt behandelt, der im Mai in der Berliner Charité mit einer Ebola-Infektion aufgenommen wurde.
Ebenfalls in der Demokratischen Republik Kongo läuft eine Studie mit dem antiviralen Wirkstoff Obdelsivir – er könnte als Post-Expositionsprophylaxe eingesetzt werden, bis zu 24 Stunden nach dem Kontakt mit einem Infizierten, um eine Ansteckung zu verhindern.
Was aktuell wichtig ist
Entscheidend sei derzeit aber, Infektionsketten zu durchbrechen, sagt Steininger, „etwa darüber aufzuklären, warum bei Bestattungen nicht alle Angehörigen die Toten waschen sollen“.
Und er betont die Bedeutung einer funktionierenden Basistherapie wie die Gabe von Flüssigkeit und Sauerstoff: „Bereits damit kann die Sterblichkeit deutlich reduziert und der Ausbruch eingedämmt werden.“
Das Risiko eines Ebola-Ausbruchs in Europa sei „extrem unwahrscheinlich“, betont Steininger. Dass einzelne Infizierte während ihrer Inkubationszeit in europäische Länder reisen und erst dort Symptome bekommen, sei nie auszuschließen, „fortgesetzte Infektionsketten sind bei unserem hohen medizinischen Standard aber extrem unwahrscheinlich“.
„Das Risiko für den Rest der Welt bleibt niedrig“, sagt auch WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus: Seit dem ersten bekannten Ebola-Ausbruch vor 50 Jahren seien Zehntausende Fälle in Afrika aufgetreten, aber weniger als 30 Fälle im Rest der Welt.
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