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Wissen Gesundheit
02/19/2021

Deshalb könnte die "britische Variante" ansteckender sein

Was die Harvard-Forscher entdeckt haben, könnte Auswirkungen auf die Quarantäne haben.

Die sogenannte "britische" Corona-Variante ist infektiöser. Forscher schätzen, dass B.1.1.7 um 50 bis 70 Prozent ansteckender ist als herkömmliche Coronaviren -  wohl der Hauptgrund, warum sich die Genvariante auch in Österreich immer schneller verbreitet.

Warum diese Variante aber so viel ansteckender ist, dazu gab es bisher nur Vermutungen. Einige Forscher haben angenommen, dass die Genvariante eine höhere Viruslast bei den Infizierten mit sich bringt. Diese These haben sich jetzt Wissenschafter um Stephen Kissler von der Harvard University nun einmal genauer angesehen, allerdings nur in einer kleinen Studie, die bisher noch nicht von Fachkollegen begutachtet wurde.

Die Forscher untersuchten 65 Spieler der National Basketball Association (NBA), die alle waren mit SARS-CoV2 infiziert waren, sieben von ihnen hatten eine Infektion mit B.1.1.7.

Deutlich länger

Jeden Tag mussten die Spieler einen PCR-Test machen. Aus den Ergebnissen konnten die Forscher schließen, wie hoch die Viruslast an jedem einzelnen Tag war, und über wie viele Tage hinweg die Viruslast Spitzenwerte erzielte — was ein Indikator dafür ist, wie lange der Betroffene wahrscheinlich ansteckend ist. Das Ergebnis zeigte, dass die Spitzenwerte in der Viruslast für beide Genvarianten zwar vergleichbar hoch waren, diese Werte aber bei Infizierten mit B.1.1.7 länger bestehen blieben.

Im Klartext heißt das: Die britische Variante ist nicht ansteckender, weil Infizierte eine höhere Viruslast haben, sondern weil sie deutlich länger  diese relativ hohe Viruslast haben. Die Ursache ist also nicht die Menge der Viren, sondern die Anzahl der Tage, an denen ein Betroffener ansteckend ist.

Nur ein Indiz

Aber wie gesagt: Die Studie ist sehr klein und die Ergebnisse sind nur ein Indiz. Wenn sich der Verdacht erhärtet, könnte dies jedoch Auswirkungen auf die Zeit der Quarantäne haben. „Sollten sich die Ergebnisse durch weitere Daten bestätigen, könnte eine längere Isolationszeit als die derzeit empfohlenen 10 Tage nach Auftreten der Symptome erforderlich sein, um Sekundärinfektionen durch diese Variante wirksam zu unterbrechen.“

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