Darmkrebsmonat mit alarmierenden Zahlen
Entzündungen im Körper triggern Krebserkrankungen. Umgekehrt erscheint es logisch, dass der Verzehr entzündungshemmender sekundärer Pflanzenstoffe genau das Gegenteil bewirkt. Diese Substanzen verleihen Pflanzen ihre Farbe, ihren Duft und ihr Aroma. Zu ihnen zählen unter anderem Polyphenole, Carotinoide, Flavonoide, Saponine, Phytoöstrogene, Sulfide und Phytosterine.
Im März – dem Monat der Darmkrebsvorsorge – hat mich eine neue Studie zutiefst erschüttert. Erstmals ist Darmkrebs die häufigste Krebstodesursache bei Erwachsenen unter 50 Jahren. In dieser Altersgruppe hat er Brust- und Lungenkrebs überholt. Diese Entwicklung ist besonders beunruhigend, weil sie dem allgemeinen Trend widerspricht: Die Krebssterblichkeit bei jüngeren Erwachsenen ist seit 1990 insgesamt um fast die Hälfte gesunken – doch bei Darmkrebs steigt sie seit 2005 jedes Jahr um rund ein Prozent. Fast drei Viertel der Betroffenen werden erst in einem fortgeschrittenen Stadium diagnostiziert, in dem die Heilungschancen deutlich schlechter sind.
Gehen Sie zur Vorsorge
Als Gastroenterologin, die seit Jahrzehnten Vorsorgekoloskopien durchführt, weiß ich: Darmkrebs lässt sich in vielen Fällen verhindern oder früh erkennen – und damit erfolgreich behandeln. Die gute Nachricht: Seit Oktober 2025 bietet Österreich allen Versicherten ab 45 Jahren eine kostenlose, schmerzfreie Vorsorgekoloskopie an.
Doch das beste Angebot nützt nichts, wenn es nicht genutzt wird. Und hier liegt das eigentliche Problem: Die politischen Rahmenbedingungen haben sich verbessert, das Verhalten vieler Menschen jedoch nicht. Besonders bei jüngeren Generationen reicht ein Merkblatt oder eine Broschüre oft nicht aus, um zur Vorsorge zu motivieren. Wir müssen Patientinnen und Patienten dort abholen, wo sie sind – mit klaren, verständlichen Informationen, digitalen Erinnerungen, Videos oder persönlichen Gesprächen. Ein weiterer entscheidender Punkt ist die Vorbereitung. Wer unzureichend vorbereitet zur Koloskopie kommt, riskiert, dass die Untersuchung nicht vollständig durchgeführt werden kann – und der Termin praktisch verloren ist.
Das bedeutet mehr Aufwand, mehr Kosten und vor allem: wertvolle Zeit, die bei einer Krebserkrankung entscheidend sein kann. Wir Ärztinnen und Ärzte müssen gemeinsam mit den Gesundheitssystemen neue Wege gehen: flexiblere Terminangebote, niedrigere Hemmschwellen und vor allem eine Kommunikation, die Ängste abbaut. Viele Menschen scheuen die Untersuchung aus Scham oder Angst vor Unannehmlichkeiten – dabei ist eine Koloskopie heute sicher, schnell und in den meisten Fällen unter Sedierung völlig schmerzfrei.
Deshalb mein Appell an alle Leserinnen und Leser: Nutzen Sie die Vorsorgeangebote! Sprechen Sie mit Ihrer Familie, ermutigen Sie Freunde, und informieren Sie sich auf www.vorsorgekoloskopie.at über qualitätsgesicherte Ärzte in Ihrer Nähe. Darmkrebs ist kein Schicksal, das wir hinnehmen müssen. Mit rechtzeitiger Vorsorge und guter Vorbereitung können wir die Zahl der Erkrankungen und Todesfälle deutlich senken – und vielen Menschen ein gesundes Leben schenken. Jede versäumte Vorsorge ist eine verpasste Chance, Leben zu retten.
iv durch einen Test auf verborgenes Blut im Stuhl (FIT).
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