Covid-Therapie: EU-Behörde lässt Antikörper-Behandlungen zu

Albano hospital begins monoclonal antibody treatment for COVID-19 patients
Die EU-Arzneimittelbehörde EMA hat grünes Licht für zwei Therapien gegeben, die schwere Covid-19-Verläufe lindern sollen.

Die EU-Arzneimittelbehörde EMA hat erstmals zwei Antikörperbehandlungen gegen Covid-19 zugelassen. Die Behörde gab am Donnerstag das formale Okay für den Einsatz der vom US-Unternehmen Regeneron gemeinsam mit dem Schweizer Pharma-Riesen Roche entwickelten Antikörpertherapie Ronapreve (Kombi-Präparat aus den Antikörper-Cocktails Casirivimab und Imdevimab) sowie für das Mittel Regkirona (Regdanvimab) der südkoreanischen Firma Celltrion.

Antikörper aus dem Labor

Monoklonale Antikörper werden im Labor hergestellt und sollen das Virus außer Gefecht setzen. Vorbild sind meist Antikörper aus dem Blutplasma vormaliger Corona-Patienten, die erfolgreich genesen sind. Monoklonal bedeutet, dass die eingesetzten Antikörper alle gleich sind und das Virus an einem fest definierten Ziel angreifen.

Die US-Arzneimittelbehörde FDA hatte bereits vor einem Jahr eine Notfallzulassung für die Antikörperbehandlung von Regeneron/Roche erteilt. Die Weltgesundheitsorganisation WHO hatte die Arznei Ronapreve schon Ende September auf die Liste empfohlener Therapien gesetzt. Mit dem Antikörper-Cocktail war im Oktober vergangenen Jahres auch der damalige US-Präsident Donald Trump nach seiner Corona-Infektion behandelt worden. Auch in Österreich wurden die Antikörper von Regeneron und Roche bereits verabreicht.

Eine Impfung können Antikörpertherapien niemals ersetzen, bekräftigte der Pharmakologe Markus Zeitlinger kürzlich im KURIER-Interview: "Ungeimpfte können sich nicht auf ihre Wirksamkeit verlassen." Man müsse sich vor Augen halten, dass damit nicht jeder geheilt werden kann. Den besten Schutz vor einem schweren Covid-19-Verlauf liefere nach wie vor die Impfung.

Kommentare