FILES-US-HEALTH-VIRUS-POLITICS-CHINA-SCIENCE-HACKING

Eine Ampulle, die potenziell mit dem neuartigen Coronavirus infizierte Proben enthält.

© APA/AFP/ANDREW CABALLERO-REYNOLDS / ANDREW CABALLERO-REYNOLDS

Wissen Gesundheit
05/18/2020

Coronavirus: Österreich steigt in große WHO-Medikamentenstudie ein

Die klinische Studie startet in Innsbruck, Linz und Salzburg nich diese Woche.

Mit der Wirksamkeit mehrerer Medikamentenkombinationen bei schweren Covid-19-Erkrankungen setzt sich eine von der WHO initiierte, groß angelegte klinische Studie seit Ende März auseinander.

Im Rahmen des europäischen Teils unter dem Titel "DisCoVery" nehmen nun auch vier österreichische Zentren teil, wie der Verband der Pharmaindustrie Österreichs (Pharmig) am Montag mitteilte.

3.200 Patienten

Insgesamt 3.200 Patienten, die in fünf Untergruppen zu je 640 Teilnehmer unterteilt werden, umfasst der vom französischen Institut INSERM geleitete Europa-Teil der weltweiten "Solidarity-Studie" der WHO. Durch die Verteilung der Durchführung über verschiedene Länder sollen möglichst rasch möglichst viele Covid-19-Patienten einbezogen werden, um zu einer tragfähigen Datenbasis zur Wirksamkeit und Sicherheit von Therapieansätzen mit bereits für andere Erkrankungen zugelassenen Medikamenten zu kommen. In Österreich beteiligen sich zwei Zentren in Innsbruck und je eines in Linz und Salzburg an den Studien.

Diverse Therapien

Im Rahmen der übergeordneten Forschungsinitiative wird die Gabe des ursprünglich zur Behandlung von Ebola entwickelten Medikaments Remdesivir, des ursprünglichen Malaria-Medikaments Hydroxychloroquine, sowie die HIV-Medikament-Kombination Lopinavir/Ritonavir und eine zusätzliche Kombination von Lopinavir/Ritonavir mit Interferon Beta erprobt. Die Studie wird nur unter Patienten durchgeführt, die in Krankenhäusern behandelt werden. Welche der Therapien die österreichischen Teilnehmer erhalten, entscheidet der Zufall.

Die vom Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen (BASG) mitorganisierten Untersuchungen beginnen in dieser Woche, hieß es seitens der Pharmig. Dabei entstehe "wichtiges Know-how zur Behandlung von Covid-19 hier im Lande, wodurch auch die Versorgung der Patienten bestmöglich aufgestellt werden kann", so Pharmig-Generalsekretär Alexander Herzog.