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Coronavirus: Lunge regeneriert sich meist - aber es dauert lange

Laut Innsbrucker Studie hatten 55 Prozent der Erkrankten noch sechs Wochen, nachdem sie aus dem Spital entlassen wurden, Probleme.

09/07/2020, 11:45 AM

Ein Team der Innsbrucker Univ.-Klinik f√ľr Innere Medizin II rund um deren Direktor G√ľnter Weiss hat in einer Studie mit 86 Corona-Patienten festgestellt, dass ein Gro√üteil der durch die Krankheit ausgel√∂sten Lungenver√§nderungen reversibel ist. 55 Prozent der hospitalisierten Covid-19-Patienten w√ľrden aber auch noch sechs Wochen nach der Krankenhausentlassung k√∂rperliche Beeintr√§chtigungen zeigen.

Studie √ľber Langzeitfolgen

Im Rahmen der Studie seien erstmals die Langzeitfolgen von Covid-19 an station√§r versorgten Patienten untersucht worden, teilte die Medizinische Universit√§t Innsbruck am Montag mit. In die Studie eingeschlossen waren 86 Patienten - 70 Prozent davon M√§nner - zwischen 50 und 70 Jahren, die an der Uniklinik Innsbruck, im Krankenhaus Zams und im Reha-Zentrum M√ľnster behandelt worden waren. Die Probanden waren im Schnitt √ľbergewichtig bis adip√∂s, 44 Prozent waren vormals Raucher und ein wesentlicher Teil hatte kardiovaskul√§re Vorerkrankungen, Bluthochdruck, Diabetes oder Hypercholesterin√§mie.

Kurzatmig und hustend

"55 Prozent der hospitalisierten Covid-19-Patienten zeigten auch sechs Wochen nach der Entlassung aus dem Krankenhaus anhaltende k√∂rperliche Beeintr√§chtigungen", beschrieb die Lungenspezialistin Judith L√∂ffler-Ragg eines der zentralen Ergebnisse der Studie. An erster Stelle lag mit knapp 50 Prozent die Kurzatmigkeit bei Belastung, 15 Prozent klagten √ľber andauernden Husten. Grunds√§tzlich h√§tten die Patienten eine √ľberdurchschnittlich lange Genesungsphase beschrieben, die Intensit√§t der Beschwerden h√§tte sich aber im Verlauf deutlich verbessert.

Veränderte Lunge

In CT-Untersuchungen sechs Wochen nach Krankenhausentlassung zeigten sich bei 88 Prozent der Patienten anhaltende leicht- bis mittelgradige strukturelle Ver√§nderungen der Lunge. Diese bildeten sich allerdings im Zeitverlauf bei den meisten Patienten deutlich zur√ľck. Derzeit gebe es keine Hinweise auf fortschreitende Lungensch√§den, wie etwa zunehmende Vernarbungen. Ob die Ver√§nderungen der Lunge vollst√§ndig abklingen, sei aktuell noch nicht zur G√§nze zu beantworten.

Verbesserungen durch Reha

"Erste Erfahrungen zeigen, dass die bei der Entlassung aus der Klinik diagnostizierten Beeintr√§chtigungen der Lungenfunktion durch eine langfristige und spezifische Rehabilitationstherapie deutlich verbessert werden k√∂nnen. Entsprechend d√ľrfte es sich bei einem Gro√üteil der Lungenver√§nderungen um reversible Prozesse handeln", erkl√§rte Sabina Sahanic aus dem Studienteam. Die Studienleiter betonten deshalb die Notwendigkeit einer strukturierten Nachsorge bei schwer Erkrankten.

Die Innsbrucker Mediziner wollen nun auch den weiteren Genesungsverlauf nach sechs und nach zwölf Monaten durch Nachfolgeuntersuchungen analysieren. Die Ergebnisse der Studie wurden am Montag beim Kongress der European Respiratory Society (ERS) präsentiert.

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