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"Nachteulen" sind häufiger einsam und psychisch belastet

Eine aktuelle Studie zeigt, dass Menschen mit einem späteren Chronotyp ingesamt eine schlechtere Gesundheit aufweisen.
Ein Mann drückt auf einen Wecker im Bett.

Menschen, die von Natur aus später schlafen gehen und aufwachen, berichten häufiger über Einsamkeit und psychische Belastungen. Das zeigt eine neue Studie, die auf der Fachkonferenz SLEEP 2026 vorgestellt wird. Besonders die Einsamkeit in der Nacht scheint dabei eine zentrale Rolle zu spielen.

Die Untersuchung ergab, dass sogenannte Abendtypen, die "Nachteulen" – also Personen mit einem späten Chronotyp –, insgesamt schlechtere Werte bei der psychischen Gesundheit aufweisen. Sie fühlten sich nicht nur tagsüber einsamer, sondern berichteten auch häufiger über nächtliche Einsamkeit. Beide Formen standen in engem Zusammenhang mit erhöhten Angstwerten.

Einsamkeit in den Nachtstunden sorgt für mehr Angst

Vor allem die Einsamkeit in den Nachtstunden erwies sich als entscheidender Faktor. Abendchronotypen gaben häufiger an, sich nachts isoliert zu fühlen, was wiederum mit stärkerer Angst verbunden war. Nicht das späte Schlafengehen an sich, sondern das Gefühl von Einsamkeit in der Nacht scheint der entscheidende Auslöser für mehr Angst zu sein.

„Menschen mit einem späteren Schlafrhythmus berichteten unter anderem über eine schlechtere psychische Gesundheit, da sie auch stärkere Einsamkeit erlebten, darunter nächtliche Einsamkeitsgefühle, und ein erhöhtes Angstniveau aufwiesen“, sagte Studienleiter Alec Harlow, Forscher an der Brigham Young University in Provo, Utah (USA). „Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass sowohl soziale Erfahrungen tagsüber als auch nachts relevant für die psychische Gesundheit von Abendmenschen sind.“

Chronotyp bestimmt Schlaf-/Wachrhythmus

Der Chronotyp beschreibt die individuelle biologische Präferenz für Schlaf- und Wachzeiten. Abendtypen haben häufig Schwierigkeiten, sich an frühe Arbeits‑ oder Schulzeiten anzupassen. Nach Angaben der American Academy of Sleep Medicine ist gesunder Schlaf ein zentraler Faktor für die körperliche und psychische Gesundheit und umfasst nicht nur die Schlafdauer, sondern auch Qualität, Zeitpunkt, Regelmäßigkeit und das Ausbleiben von Schlafstörungen.

An der Studie nahmen 442 Erwachsene teil, die über die Online‑Plattform Prolific rekrutiert wurden. Sie beantworteten standardisierte Fragebögen zu ihrem Chronotyp, zu nächtlicher Einsamkeit und zu Angstsymptomen. Mithilfe eines Strukturgleichungsmodells analysierten die Forschenden, inwieweit Einsamkeit den Zusammenhang zwischen spätem Schlafrhythmus und Angst erklärt.

Aus Sicht der Studienautoren könnten die Ergebnisse praktische Konsequenzen haben. Harlow sieht Einsamkeit – insbesondere in der Nacht – als möglichen Ansatzpunkt für Prävention und Therapie. „Die Bewertung und Behandlung von Einsamkeit, einschließlich der Herausforderungen, die nachts auftreten, wie zum Beispiel Angstzustände, könnte ein sinnvolles Interventionsziel für Therapeuten, Kliniker und Forscher darstellen, um das Wohlbefinden von Menschen mit späteren Chronotypen zu verbessern“, so Harlow.

Die Studienzusammenfassung wurde bereits in einer Online‑Beilage der Fachzeitschrift „Sleep“ veröffentlicht. Die vollständigen Ergebnisse werden am 17. Juni 2026 auf der Jahrestagung SLEEP 2026 in Baltimore präsentiert, die von der American Academy of Sleep Medicine gemeinsam mit der Sleep Research Society ausgerichtet wird.

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