Abendmenschen haben ein höheres Herz‑Kreislauf-Risiko

Eine müde Frau schaut im Dunkeln auf einen Computer.
Sie wiesen in einer Studie eine allgemein schlechtere Herzgesundheit auf und hatten ein höheres Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall.

Erwachsene im mittleren bis höheren Lebensalter, die überwiegend abends und nachts aktiv sind, weisen eine schlechtere Herz-Kreislauf-Gesundheit auf als ausgeprägte Morgenmenschen. 

Besonders deutlich zeigt sich dieser Zusammenhang bei Frauen. Das geht aus einer Analyse der UK Biobank hervor, die im Journal of the American Heart Association veröffentlicht wurde.

Für die Studie wertete ein Forschungsteam die Daten von 322.777 Erwachsenen im Alter von 39 bis 74 Jahren aus (mittleres Alter 57 Jahre). Zu Studienbeginn lagen bei allen Teilnehmenden keine bekannten Herz‑Kreislauf-Erkrankungen vor. Der Chronotyp, der beschreibt, zu welcher Tageszeit ein Mensch biologisch am leistungsfähigsten und aktivsten ist, wurde anhand von Selbstauskünften erfasst.

Rund acht Prozent der Befragten stuften sich als eindeutige Abendmenschen ein, etwa 24 Prozent als klare Morgenmenschen. Die Mehrheit (67 Prozent) gehörte einem Mischtyp an.

Abendchronotyp: Erhöhtes Risiko für Herzinfarkt oder Schlaganfall 

Die Herz-Kreislauf-Gesundheit wurde mithilfe eines Scores der American Heart Association (AHA) bewertet. Dieser berücksichtigt Ernährung, körperliche Aktivität, Rauchen, Schlaf sowie Körpergewicht, Blutfette, Blutzucker und Blutdruck. Ein Score von unter 50 Punkten galt als ungünstig.

Im Vergleich zum intermediären Chronotyp, dem Mischtyp, hatten Personen mit ausgeprägtem Abendchronotyp eine um 79 Prozent höhere Wahrscheinlichkeit für einen insgesamt ungünstigen kardiovaskulären Gesundheitsscore.

Über eine mediane Nachbeobachtungszeit von 13,8 Jahren war der Abendchronotyp zudem mit einem um 16 Prozent erhöhten Risiko für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall verbunden. Für eindeutige Morgenmenschen zeigte sich hingegen kein erhöhtes kardiovaskuläres Risiko.

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