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Bluthochdruck: Diese Medikamente werden am besten vertragen

Bluthochdruck bleibt oft unbemerkt, viele Betroffene setzen ihre Medikamente wieder ab. Eine große Analyse zeigt nun, welche Blutdrucksenker am besten vertragen werden.
Blood pressure examination result suggested hypertension with high systolic and diastolic readings

Zusammenfassung

  • Eine Analyse von 716 klinischen Studien mit fast 160.000 Probanden untersuchte, welche der fünf häufigsten Blutdruckmedikamentenklassen am besten vertragen werden und am seltensten zum Therapieabbruch führen.
  • Ein Hauptergebnis war, dass Kalziumkanalblocker, ACE-Hemmer plus Kalziumkanalblocker sowie Betablocker plus Thiazide im Vergleich zu Placebo häufiger wegen Nebenwirkungen abgesetzt wurden.
  • Sartane schnitten in der Auswertung am besten ab, da sie mit einem geringeren Risiko für Therapieabbrüche verbunden waren und vier der fünf bestverträglichen Behandlungsarten enthielten.

Seit Jahren beklagen Fachleute, dass viel zu viele Menschen mit gefährlichem Bluthochdruck davon nichts wissen, nicht behandelt werden oder die Therapie abbrechen. Australische und britische Wissenschafter haben jetzt in einer Analyse der Daten von fast 160.000 Probanden untersucht, welche Blutdruckmedikamente am besten vertragen und am wenigsten „beiseite“ gelegt werden.

Nelson Wang vom George Institute for Global Health (Sydney) und seine Co-Autoren aus Großbritannien und den USA haben ihre Ergebnisse in der Zeitschrift der amerikanischen Ärztegesellschaft (JAMA) veröffentlicht. 

Es handelte sich dabei um eine Untersuchung, in der die Informationen von 716 großen klinischen Studien mit den fünf am häufigsten verwendeten Blutdruckmedikamenten zusammen analysiert wurden. Insgesamt ging es dabei um die Daten von 159.362 Probanden.

„Zum Einsatz kamen ACE-Hemmer, Angiotensin-II-Rezeptorantagonisten (Sartane), Betablocker, Kalziumkanalblocker (“Kalziumantagonisten„, Anm.) und Thiazid-Diuretika“, schrieb dazu die deutsche Pharmazeutische Zeitung. „Wenn eine antihypertensive Pharmakotherapie nicht den gewünschten Erfolg zeigt, kann es dafür verschiedene Gründe geben. Einer davon ist simpel: Der Patient hat das Gefühl, die verordneten Medikamente nicht gut zu vertragen, und lässt sie deshalb schnell wieder weg.“

Große Unterschiede je nach Behandlung

Die Verträglichkeit der einzelnen Medikamentenklassen sowie der Kombinationen aus ihnen, wie sie zumeist in der Behandlung der Hypertonie verwendet werden, ist damit jedenfalls oft entscheidend. Das trifft weltweit hunderte Millionen Patienten. 

In Österreich geht man davon aus, dass ein Viertel der Menschen an Bluthochdruck leidet, bei den Betagten ist es wohl jeder Zweite.

Eines der Hauptergebnisse der Studie laut der deutschen Apothekerzeitschrift: „Verglichen mit Placebo war das Risiko eines nebenwirkungsbedingten Therapieabbruchs bei der Einnahme folgender Wirkstoffklassen beziehungsweise Kombinationen signifikant erhöht: Kalziumkanalblocker (plus 43 Prozent; Anm.), ACE-Hemmer plus Kalziumkanalblocker (plus 46 Prozent; Anm.) und Betablocker plus Thiazide (plus 58 Prozent, Anm.).“

Als eine der jüngeren Wirkstoffklassen wurden vor bereits mehr als 20 Jahren die sogenannten Sartane in die Behandlung der Hypertonie eingeführt. Sie blockieren die Rezeptoren für den blutdruckerhöhenden körpereigenen Faktor Angiotensin-II. Diese Arzneimittel wurden schnell häufig von den Ärzten verschrieben, weil bei ihnen zum Beispiel im Vergleich zu den ähnlich wirkenden ACE-Hemmern kein ständiger Husten als Nebenwirkung auftritt.

In der Auswertung der Wissenschafter schnitten die Sartane jedenfalls gut ab. Bei allen Hypertonie-Therapien, die ein solches Medikament enthielten (z.B. Wirkstoffe wie Candesartan, Losartan, Valsartan, Olmesartan, Irbesartan), war das Risiko für einen Abbruch der Behandlung durch die Probanden im Vergleich zu einem Placebo sogar geringer. 

Bei alleiniger Behandlung mit einem Sartan war das um 27 Prozent seltener. In der Kombination eines Sartans mit einem Kalziumblocker erfolgte ein Therapieabbruch sogar um 39 Prozent weniger häufig. „Somit enthielten vier der fünf bestverträglichen Behandlungsarten ein Sartan, was insgesamt sehr für den Einsatz dieser Wirkstoffklasse zur Blutdrucksenkung spricht“, schrieb die Pharmazeutische Zeitung. 

An Nebenwirkungen der gängigen Bluthochdrucktherapien insgesamt wurden vor allem Schwindel, Ödeme und Husten genannt.

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