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Wissen Gesundheit
10/02/2021

Aufregung um einen Masken-Tee aus Österreich

Ein Kräutertee aus dem Wiener Traditionsunternehmen Dr. Kottas erregt Unmut auf Twitter. Der KURIER fragte nach, was dahinter steckt.

von Anita Kattinger

Der Kräutertee verspricht Linderung von einem rauen Gefühl im Hals nach dem längeren Tragen von Masken. Was nach einer harmlosen Produktbeschreibung klingt, erregt derzeit die Gemüter in sozialen Netzwerken wie Twitter. Auslöser ist ein Tweet der bekannten Ärztin Lisa-Maria Kellermayr, die auf Twitter oft zu Themen rund um das Coronavirus schreibt.

"Man braucht KEINEN speziellen Tee, wenn man Masken trägt!!! Die Maske schadet weder Mund- noch Rachenraum. Warum ist so eine Abzocke nicht strafbar ?!?!?! Und wenn Apotheker*innen impfen dürften, würde es sicher gleich den Impf-Tee für 30 Euro/Schachtel dazu geben."

Freilich hat der österreichische Produzent nie behauptet, dass das Maskentragen schädlich sei.

Die Allgemeinmedizinerin erntet deswegen nicht nur Zustimmung für diese Sicht, kritischen Antwortgebern erklärt die Ärztin weiter: "Es geht nicht (nur) ums Geld. Es geht darum, dass den Menschen so suggeriert wird, die Maske hätte derart negative Effekte gegen die man was Spezielles aus der Apotheke braucht, um keinen Schaden zu nehmen."

Bei dem Kräutertee, der aus Eibisch, Spitzwegerich, Kamille, Thymian und Apfelminze besteht, handelt es sich um ein Produkt aus dem bekannten Traditionsunternehmen Dr. Kottas. Viele Wienerinnen und Wiener kennen das Kräuterhaus, das sich in prominenter Lage in der Wiener Innenstadt befindet.

Nachfrage bestimmt das Angebot

Der KURIER fragte bei Firmenchef Alexander Kottas nach, was er zu Kellermayrs Urteil sagt und was hinter dem Verkauf des Tees steckt.

"Ich kann die Aufregung nicht nachvollziehen. Der Tee ist weder ein Statement für oder gegen das Maskentragen. Wir haben den Tee auf Kunden-Wunsch hin entwickelt, weil uns viele Kunden gefragt haben, was sie gegen ein raues Gefühl im Hals nach langem Maskentragen machen können. Wir haben auf die Nachfrage reagiert."

Der Mediziner entwickelte den Tee zur "Pflege der Atemwege": "Das Produkt hat nichts mit Phantasterei zu tun. Vor allem das lange Tragen einer FFP2-Maske kann die Schleimhäute irritieren: Eibisch und Spitzwegerich befeuchten die Schleimhäute und bilden einen Schutzfilm, Kamille beruhigt Mund und Rachen, Thymian wirkt ein bisschen antibakteriell und sorgt gemeinsam mit der Apfelminze für frischen Geschmack. Es ist wirklich kein Wunder-Rezept."

Was er zum Vorwurf der Geschäftemacherei sagt? "Meine Frau und ich sind Mediziner: Wir machen keine unlautere Werbung und haben nie gesagt, dass man einen Tee trinken muss, weil man Maske trägt. Auch nicht, dass die Symptome durch den Tee verschwinden. Der Tee pflegt den Rachenraum und ist für jene gedacht, die über ein trockenes Mundgefühl klagen. Niemand muss ihn trinken."

In diesem Fall habe die Nachfrage das Angebot bestimmt. Aus den Apotheken komme jedenfalls positives Feedback von den Kunden und Kundinnen, so Kottas im Interview mit dem KURIER.

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