Wählen Sie KURIER als bevorzugte Google-Quelle

Waldbrände: Rauchpartikel sind eine große Gesundheitsgefahr

Aerosole von den Waldbränden in Südeuropa gelangen bis nach Mitteleuropa. Vor allem eine Dauerbelastung gefährdet u. a. Atemwege und Herz.
Spanish and French firefighters feeling the strain of tackling huge wildfires

Die Vegetationsbrände in Frankreich und Spanien der vergangenen Wochen haben Auswirkungen deutlich über die Brandgebiete hinaus: Sie produzieren enorme Mengen Aerosole, die als Rauch in die Atmosphäre gelangen. Einer aktuellen Prognose des Atmosphärenmonitorings CAMS des Erdbeobachtungsprogramms Copernicus zufolge, werden Rauchaerosole der Brände in Südeuropa bis nach Mitteleuropa - auch nach Österreich, allerdings in vergleichsweise geringem Ausmaß - transportiert.

Durch sehr intensive Feuer kann Rauch unter bestimmten Bedingungen bis in die Stratosphäre eingetragen werden. Rauchaerosole aus Vegetationsbränden bestehen überwiegend aus sehr feinen organischen Kohlenstoffpartikeln sowie kleineren Anteilen von Ruß (Black Carbon) und anorganischen Salzen. Aufgrund ihrer geringen Größe können sie über längere Zeit in der Atmosphäre verbleiben und über große Entfernungen transportiert werden.

„Aerosolpartikel haben negative Auswirkungen auf das Atemwegssystem, das Herzkreislaufsystem und sie können langfristig zu Krebs führen. Waldbrandrauch enthält Ruß und polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe, deren krebserregende Wirkung bekannt ist“, sagt Volker Matthias, Abteilungsleiter Chemietransportmodellierung am Institut für Umweltchemie des Küstenraums am Helmholtz-Zentrum Hereon in Geesthacht, in einem Statement für das deutsche Science Media Center.

„Eine hohe Konzentration von Rauch in der Atemluft kann zu akuten Gesundheitsproblemen führen, die Konzentration der schädlichen Stoffe nimmt mit zunehmendem Abstand vom Brand aber sehr schnell ab.“

Die Wirkung bei geringen Konzentrationen sei vor allem über längere Zeiträume relevant. „Als besonders empfindlich gelten – wie bei anderen Luftschadstoffen auch – Menschen mit Vorerkrankungen der Atemwege und des Herz-Kreislaufsystems. Eine gleichzeitige Belastung des Körpers durch schlechte Luft und große Hitze erhöht das Risiko akuter Gesundheitsprobleme.“

Partikel können tief in die Atemwege eindringen

„Waldbrandemissionen können signifikant zur Luftverschmutzung beitragen. Ein gesundheitlich bedenklicher Bestandteil der Emissionen ist Feinstaub (PM2,5, winzige Partikel, die kleiner als 2,5 Mikrometer sind, Anm.), da diese Partikel klein genug sind, um tief in die Atemwege einzudringen“, betont auch Yarê Baker, wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Abteilung Chemie der Atmosphäre, Leibniz-Institut für Troposphärenforschung in Leipzig, Deutschland, in ihrem Statement für das Science Media Center.

In epidemiologischen Studien zeige Feinstaub-Exposition einen Zusammenhang zu Atemwegs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. „Diese negativen gesundheitlichen Auswirkungen, sowie eine erhöhte Mortalität wurden auch für Rauch-Exposition beobachtet. Besonders gefährdet für negative Effekte sind Personen mit Vorerkrankungen, ungeborene Kinder und Säuglinge, Schwangere und ältere Menschen.“.

Kommentare