Wissen und Gesundheit
09.10.2017

Wie Österreich den Weltraum "erobert'"

1987 trat Österreich der Europäischen Weltraumagentur ESA bei – und ist dort seither sehr aktiv.

Die Saturnsonde Cassini-Huygens nahm 1997 Instrumente aus Österreich mit an Bord und sammelte damit bis 2005 Daten im All. Die Kometenmission Rosetta startete 2004 mit Technologie aus Österreich und stürzte damit 2016 gezielt ab. Das Cluster-Satellitenquartett setzt seit 2000 auf Messgeräte aus Österreich und erkundet die Auswirkungen der Sonne auf die Erde.

Vor 30 Jahren wurde Österreich Vollmitglied der Europäischen Weltraumorganisation ESA. Fragt man den Direktor des Grazer Instituts für Weltraumforschung (IWF) nach heimischen Vorzeigeprojekten, verweist Wolfgang Baumjohann auf die genannten. Die Zusammenarbeit reicht freilich viel weiter, die rot-weiß-rote Beteiligung an Weltraummissionen scheint selbstverständlich.

Schwerpunkte

"Die Stimme Österreichs wird sehr gut gehört und geschätzt", betont auch Klaus Pseiner, Geschäftsführer der Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft FFG, die mit der Agentur für Luft- und Raumfahrt für Österreichs Wirtschaft und Wissenschaft die Andockstation zur internationalen Luft- und Raumfahrtszene ist. Tatsächlich hat Österreich schon seit Gründung der ESA 1975 einen Fuß in " Europas Tor zum Weltraum". Ab 1981 war Österreich als assoziiertes Mitglied an ESA-Plänen beteiligt, 1987 kam die Vollmitgliedschaft. Die Schwerpunkte dabei: Erdbeobachtung, Klimaforschung und Telekommunikation sowie die Entwicklung spezifischer Technologien für Satelliten und Trägerraketen, Hard- und Software für die Signalverarbeitung von Satelliten und innovative Satelliten-Kommunikation.

48 Mio. € Jahresbeitrag

"Heute spielen wir eine weitaus größere Rolle für die ESA als wir jährlich finanziell beitragen", so Pseiner. Österreich hat 2016 Beiträge in der Höhe von rund 48 Millionen Euro geleistet, davon etwa 18 Millionen für das ESA-Pflichtprogramm und 30 Millionen für ESA-Wahlprogramme. Die ESA selbst verfügte 2016 über ein Budget von 5,25 Milliarden Euro.

"Wir hatten früher schon ganz gute Beziehungen zur sowjetischen Weltraumforschung, aber nach dem Zusammenbruch der UdSSR wären wir ohne ESA blöd dagestanden", zieht Baumjohann Bilanz. Heute kooperiert das IWF "zu zwei Dritteln mit der ESA und zu einem Drittel mit anderen Agenturen". Eines der wichtigsten Zukunftsprojekte ist für den Wissenschaftler BepiColombo. Schon 2018 wollen ESA und die japanische Raumfahrtbehörde JAXA eine Sonde zum Merkur schicken. Österreich soll Sensoren für die Instrumente beisteuern.