Wählen Sie KURIER als bevorzugte Google-Quelle

„Die E-Zigarette ist genauso ein Schmäh wie früher die Light-Zigaretten“

Die WHO empfiehlt ein Verbot von E-Zigaretten und stemmt sich trotz Kritik gegen die Industrie.
Nahaufnahme einer E-Zigarette, deren Spitze orange leuchtet.

Es stimmt, die E-Zigarette enthält weniger Schadstoffe als eine normale Zigarette. Deshalb wird sie gerne als gesunde Alternative zur normalen Zigarette angepriesen. Seit weltweit Rauchverbote strenger umgesetzt werden, erlebt die elektronische Zigarette, mit der man Nikotin über Dampf inhaliert, einen Boom. Doch das Wohlfühlimage bekommt immer mehr Flecken.

Seit die Weltgesundheitsorganisation (WHO) vergangene Woche einen kritischen Bericht veröffentlicht und ein E-Zigaretten-Verbot für Jugendliche und an öffentlichen Plätzen empfohlen hat, ist ein Streit um Nutzen und Risiko der E-Zigarette ausgebrochen. Der Tenor: Sie sind keine gesunde Alternative.

Ein Mann mit Hemd und Uhr raucht eine E-Zigarette, aus der viel Dampf kommt.

Enthusiast Damien Hoops uses an electronic cigaret

Enthusiast Damien Hoops uses an electronic cigaret
Eine Frau im Blazer inhaliert den Dampf einer E-Zigarette.

Blonde Geschäftsfrau dampft elektrische Zigarette,…

Blonde Geschäftsfrau dampft elektrische Zigarette,…
Nahaufnahme einer Hand, die eine E-Zigarette hält, deren Spitze orange leuchtet.

Elektrische Zigarette

Elektrische Zigarette
Eine Person inhaliert aus einer elektronischen Zigarette.

E-Zigarette

E-Zigarette
Eine E-Zigarette leuchtet blau und erzeugt Dampf.

A man uses an E-cigarette in this illustration pic

A man uses an E-cigarette in this illustration pic
Ein Mann in einem hellblauen Hemd raucht eine E-Zigarette.

Edi mit E-Zigarette…

Edi mit E-Zigarette…
Eine auseinandergebaute elektronische Zigarette mit verschiedenen Einzelteilen auf einer Metalloberfläche.

Luna, an electronic cigarette vaporizer, and its c

Luna, an electronic cigarette vaporizer, and its c
Zwei elektronische Zigaretten stehen auf einer grauen Oberfläche.

Electronic cigarette vaporizers Cera and Luna by T

Electronic cigarette vaporizers Cera and Luna by T
Ein Mann inhaliert Dampf aus einer blauen E-Zigarette.

A customer puffs on an e-cigarette at the Henley V

A customer puffs on an e-cigarette at the Henley V
Eine blaue E-Zigarette liegt auf einem gelben Aschenbecher.

An e-cigarette sits in a tray on the bar at the He

An e-cigarette sits in a tray on the bar at the He
Ein älterer Mann mit Brille und Fliege spricht vor einem unscharfen Hintergrund.

AUSTRIA SCIENCE

AUSTRIA SCIENCE
Fünf verschiedene elektronische Zigaretten stehen nebeneinander auf einem weißen Hintergrund.

Eine Person inhaliert Dampf aus einer elektronischen Zigarette.

Elektrische Zigarette

Elektrische Zigarette
Ein Mann mit Brille inhaliert Dampf aus einer E-Zigarette.

Dampfbar

Dampfbar

Für Univ.-Prof. Manfred Neuberger vom Institut für Umwelthygiene an der MedUni Wien ist die E-Zigarette vielmehr der neueste „Knüller“ der Tabakindustrie: „Rauch- und Werbeverbote, die für normale Zigaretten gelten, können unterwandert werden und Rauchen wird wieder als etwas Schickes, Hippes präsentiert, das man überall machen darf. Die E-Zigarette ist genauso ein Schmäh wie früher die Light-Zigaretten.“

Auch diese wurden anfangs noch als großer Hit mit weniger Schadstoffen gefeiert – bis man erkannte, dass die Light-Raucher sich damit genauso schaden. „Die Fehler von früher wiederholen sich.“

Entwöhnung

Kritiker der WHO-Empfehlung behaupten, die E-Zigarette könnte jährlich 6000 Leben retten. Tabakraucher, die auf Dampf umsteigen, könnten so gerettet werden, heißt es etwa im British Journal of General Practice: „Bedenkt man, dass Raucher in erster Linie wegen des Nikotins rauchen, aber vorwiegend wegen des Teers sterben, sollten E-Zigaretten als willkommene Prävention von Todesfällen durch Zigaretten gesehen werden.“

Das sieht die WHO dennoch anders, die E-Zigaretten vielmehr als „Tor zur Nikotinsucht“ befürchtet. Erst kürzlich hat eine US-Untersuchung an der Harvard School of Public Health gezeigt, dass jeder fünfte Raucher schon eine E-Zigarette getestet hat.

Vor allem Jugendliche probieren sie gerne als vermeintlich harmlose Alternative, die zudem in vielen Geschmacksrichtungen und Farben angepriesen wird. Neuberger: „Mit der E-Zigarette werden die Nikotinsüchtigen von morgen herangezogen.“

Rauchverhalten

Wer sich das Rauchen abgewöhnen will, ist laut Neuberger mit der E-Zigarette ohnehin am falschen Dampfer. 85 Prozent würden es ohne Nikotinersatz schaffen. „Jene, die darauf angewiesen sind, sollten ihr Nikotinbedürfnis etwa mit einem Pflaster stillen, aber nicht ihr Rauchverhalten aufrechterhalten.“ Das Ritual des Rauchens sollte vom Nikotinbedürfnis getrennt werden – die E-Zigarette ist da allerdings kontraproduktiv.

Rauchstopp: Wer aufhören möchte

Untersuchungen haben gezeigt, dass professionelle Hilfe – etwa in Form einer kurzen Therapie – wirksamer ist als Medikamente ohne Beratung. Letztere sollten nur aus der Apotheke bezogen werden. Hier ist sichergestellt, dass die Produkte geprüft sind.
Beratung gibt es hier sowie beim Nikotininstitut bzw. unter: 0800 810 013.

Kommentare