Wissen und Gesundheit
03.04.2017

Chinaseuche: Nur die Impfung kann Kaninchen retten

Bei einer Infektion mit dem RHD-Virus sterben 80 bis 100 Prozent der ungeschützten Tiere.

Feldhasen und Wildkaninchen leben gefährlich. Überall, wo sie über weite Fluren hoppeln, tritt auch die Rabbit Haemorrhagic Disease auf. Die so genannte Chinaseuche kann ebenso die süßen Fellknäuel daheim treffen.

"Die Hämorrhagische Kaninchenkrankheit kommt bei einzelnen Haustieren nicht allzu oft vor. Wenn die Seuche aber Fuß fasst, sterben 80 bis 100 Prozent der Patienten", sagt KURIER-Tiercoach Katharina Reitl. Der Zoodoc aus der Ordination Tiergarten Schönbrunn erklärt, wie das gefährliche Virus übertragen wird und welchen Schutz es für Kaninchen gibt.

Übertragung

RHD-Virus 1 wurde erstmals in China bestimmt. Mittlerweile hat auch RHD-Virus 2 Österreich erreicht. "Die Übertragung erfolgt meist von Tier zu Tier", sagt Reitl. Eingeschleppt werden die Viren vermutlich am häufigsten durch Grünfutter, seltener infizieren Stechmücken, Fliegen oder gar Flöhe die Hasenartigen. Theoretisch können auch Menschen den extrem resistenten Erreger über Kleidung und Schuhe an die Haustiere weiter geben.

"Je höher der Infektionsdruck ist, desto eher kommt es zur Erkrankung", sagt der Zoodoc. Besonder anfällig für RHD-1 sind Jungtiere ab drei Monate. RHD-2 dagegen trifft auch noch die jüngeren Tiere. In großen Gruppen und Zuchten kann sich die Seuche rasch ausbreiten. Die Ansteckungszeit beträgt ein bis drei Tage. In vielen Fällen sterben die Kaninchen, bevor die Symptome wie schnelle Atmung, Appetitlosigkeit und Teilnahmslosigkeit zu Tage treten. Wenn der Pflegling hoch fiebert, und Blut aus seiner Nase rinnt, sollte der Tierarzt den Patienten so schnell wie möglich von dem Leid erlösen. Therapie gibt es nicht.

Impfschutz

Nur Vorbeugen hilft: Haustiere ab der vierten Lebenswoche können mittlerweile gegen beide RHD-Viren geimpft werden. Einen Kombinationsimpfstoff gibt es allerdings (noch) nicht. Laborstudien belegen aber, dass die herkömmlichen Seren gegen RHD-1 auch einen teilweisen Schutz vor RHD-2 bieten. KURIER-Tiercoach Reitl erklärt: "Die Kaninchen erkranken, scheiden den Virus aus, aber es kommt nur zu einem milden, nicht tödlichen Verlauf. Aus diesen Gründen empfehlen wir derzeit auf alle Fälle den aufrechten Impfschutz gegen RHD-1 weiter aufzufrischen." Nach der Grundimmunisierung braucht es jährlich Auffrischungen. Nebenwirkungen sind dank der modernen Medikamente selten. Der Stich kann Leben retten.

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