Wissen und Gesundheit
22.05.2017

Aras sind anspruchsvoll in der Haltung

Papageien können mehr als 50 Jahre alt werden. Ihre artgemäße Haltung gestaltet sich schwierig.

Pippi Langstrumpf hatte im Taka-Tuka-Land nicht nur ein Äffchen und ein Pferd, sondern auch den Papagei Rosalinda. Beim Filmdreh war der Hellrote Ara, der eigentlich Douglas heißt, drei Jahre alt. Jetzt feierte der Zoo Karlsruhe, der den greisen Vogel 2016 aus beengten Verhältnissen in Malmö gerettet hatte, den 50. Geburtstag des einstigen Leinwand-Spions. Und teilte dabei mit, dass das Tier in Menschenalter übersetzt nun älter als 100 Jahre wäre.

"Papageien leben bei artgemäßer Haltung sehr lange. Sie werden dadurch oft zumindest an die Kinder weitergegeben", sagt Katharina Reitl. Der KURIER-Tiercoach weiß, wie das stolze, schlaue Federvieh gesund bleibt.

Tierschutzgesetz

In Österreich gibt es rund 300.000 Ziervögel. Aras zählen mit einer Körperlänge von bis zu 90 cm und einem Gewicht von bis zu 1 kg zu den größten. Auch die etwas kleineren Kakadus, Amazonen- und Graupapageien sind beliebt, für alle besteht Meldpflicht. "Die Grundanforderungen der Haltung sind relativ ähnlich", sagt Reitl. Nur bei ausreichend Platz können sich die Überflieger entfalten. Das Gesetz sieht Mindestgrößen für die Unterbringung vor: Die Voliere für Rosalinda alias Douglas müsste demnach Minimum 6 m lang, 2,5 m breit und 3 m hoch sein, im Freien wäre zusätzlich ein isolierter Schutzraum vorgeschrieben. Die Grundfläche nimmt mit jeden Exemplar zu. Einzelhaltung ist verboten; ebenso das Anketten der Vögel an Sitzstangen.

Ernährung

"Die Fütterung beeinflusst die Lebenserwartung", sagt die Tierärztin aus der Ordination Tiergarten Schönbrunn. Allzu fette, zuckerhaltige Kost tut den Vögeln nicht gut. Ein Überangebot an Sonnenblumenkernen und Erdnüssen belastet Nieren und Leber, zu viel süßes Obst macht ebenfalls krank.

Beschäftigung

"Papageien sind sehr intelligent", sagt der Zoodoc. Bei Unterbeschäftigung können die schlauen Tiere Psychosen entwickeln, aggressives Verhalten und Rupfen folgen. Unterhaltung ist gefragt. "Das kann für die Besitzer sehr anstrengend sein, Papageien sind permanent am Zerstören, Zerbeißen und Umgestalten." Auch die Lautstärke, mit der sie kommunizieren, kann belasten.

Artgerechte Haltung

"Papageien sind sehr schön und in mancher Hinsicht sehr menschlich", sagt der KURIER-Tiercoach. Da sie extrem anspruchsvoll und freiheitsliebend sind, rät Reitl nur zu kleineren Arten. Auch die farbintensiven Kanarienvögel, Sittiche und Zebrafinken sind faszinierende Schützlinge. Sie feiern zwei bis zehn Geburtstage.

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