Bei 70.000 Menschen in Österreich ist die Bauchaorta erweitert.

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Lebensbedrohend
10/12/2016

Aorten-Aneurysma: Wer unbedingt vorsorgen sollte

Welche Personengruppen ein erhöhtes Risiko für einen Riss der Hauptschlagader im Bauchbereich haben.

Prim. Priv. Doz. Dr. Afshin Assadian ist Vorstand der Gefäßchirurgie des Wilhelminenspitals Wien, Sprecher des Wissenschaftlichen
Beirats des Gefäßforums Österreich.

Was ist ein Bauchaortenaneurysma?
Aussackungen (Erweiterungen) von Adern um mehr als 50 Prozent des gesunden Gefäßdurchmessers werden als Aneurysma bezeichnet. Ein Aortenaneurysma ist eine Aussackung der Hauptschlagader. Am häufigsten tritt eine solche im Bereich der Bauchhöhle unter den Nierenarterien auf. Das Bauchaortenaneurysma zählt zu den schwerwiegendsten Gefäßerkrankungen bei den über 60-Jährigen. Mehr als 70.000 sind betroffen. Bei rund 7000 jährlich wäre eine Behandlung notwendig.

Wie wird ein Aneurysma diagnostiziert?
Die einfachste Methode ist eine Ultraschalluntersuchung durch einen Radiologen oder Internisten. Bei einem maximalen Durchmesser von mehr als drei Zentimeter im Ultraschall sollte ein Gefäßspezialist aufgesucht werden. Eine Behandlung mittels Operation oder Stent ist notwendig, wenn die Bauchschlagader bei Frauen einen Durchmesser von fünf Zentimetern aufweist, bei Männern mehr als fünfeinhalb Zentimeter. Der genaue Durchmesser wird mit einer CT-Angiografie (Gefäßuntersuchung) ermittelt.

Warum ist ein Aneurysma so gefährlich?
Wird es nicht rechtzeitig behandelt und kommt es zum Platzen – zur Ruptur – außerhalb des Krankenhauses, führt dies in 90 Prozent aller Fälle zum Tod. Erreichen Betroffene lebend das Krankenhaus und werden sie von einem erfahrene Team behandelt, überleben dennoch nur bis zu 50 Prozent.

Wer sollte eine Ultraschalluntersuchung durchführen lassen?
Eine solche ist sinnvoll, wenn Sie über 60 Jahre alt sind, Raucher waren oder noch sind, an Bluthochdruck leiden, an anderen arteriellen Gefäßerkrankungen (z. B. periphere arterielle Verschlusskrankheit, Arteriosklerose) leiden oder Verwandte mit einem Aneurysma haben. Sollten alle Punkte auf Sie zutreffen, Sie jedoch unter 60 Jahre alt sind, ist auch für sie eine Ultraschalluntersuchung ratsam. Das Prinzip der Behandlung besteht dann darin, das Aneurysma aus dem Blutfluss auszuschließen. Dies kann mittels offener Operation (Annähen einer Kunststoffprothese) oder Stent (Schienen der Bauchschlagader mittels kunststoffummanteltem Metallgerüst) erfolgen.

Wo gibt es weiterführende Informationen?
Das „Gefäßforum Österreich“ organisiert von 17. bis 21. 10. Beratungs- und Screening-Tage an mehreren Gefäßambulanzen in Wien, Burgenland, NÖ, OÖ und Kärnten. Neben umfassender Aufklärung zur Entstehung, Therapie und Prävention wird auch eine einfache, schmerzlose Bauch-Ultraschall-Untersuchung durchgeführt.
Welche Ambulanzen teilnehmen:
www.gefaessforum.at
eMail: office@gefaessforum.at

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