App gegen Pollen

A woman tries to cover hear mouth as she walks through cotton-like seeds from Poplar trees, also known as Cottonwood trees, on a… © Bild: Reuters/DAVID GRAY

Mit der Wärme kommt auch die Pollensaison. Eine neue App soll helfen.

Nicht für alle ist der sich anbahnende Frühling ein Grund zur Freude. Wenn Gräser, Blumen und Baumknospen zu sprießen beginnen, ist das auch der Startschuss zur Pollensaison. Allergiker sind dann nicht zu beneiden, die Überreaktion ihres Immunsystems macht ihnen mitunter schwer zu schaffen. Nun sollen nicht nur individuellere Therapien, sondern sogar Smartphones mithelfen, den Betroffenen den Alltag zu erleichtern.

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Erle, Hasel, dann Birke und Esche, gefolgt von Gräsern, Beifuß und Ragweed - die Pollensaison beginnt meist Ende Februar und kann sich bis Ende Oktober, manchmal bis in den November erstrecken. "Die Auswirkung auf die Lebensqualität wird zum Teil massiver erlebt als jene einer als 'ernster' wahrgenommenen Erkrankung wie etwa Diabetes", betonte Otto Spranger, Sprecher der Österreichischen Lungenunion am Mittwoch im Rahmen einer Pressekonferenz der MedUni Wien. Deshalb raten Experten, wie etwa Zsolt Szepfalusi von der Uni-Klinik für Kinder- und Jugendheilkunde der MedUni Wien, rechtzeitig medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen.

App soll helfen

Dauern Beschwerden wie Schnupfen, Niesen, juckende und tränende Augen länger als vier Wochen, sollte man auf jeden Fall einen Allergiespezialisten aufsuchen. Man kann sich aber auch von seinem Smartphone helfen lassen: Der Österreichische Pollenwarndienst hat seinen Informationsservice weiterentwickelt und bietet diesen ab sofort auch zugeschnitten auf die individuelle Reaktionslage eines Allergikers an. Um zur "personalisierten Pollenwarnung" zu kommen, müssen über zumindest fünf aufeinanderfolgenden Tage die Beschwerden ins „Pollen-Tagebuch“ – erreichbar über die App oder auf www.pollentagebuch.at – eingetragen werden.

Auf Basis dieser persönlichen Symptomdaten werden Pollenallergiker einer bestimmten Reaktionslage zugeordnet und ähnlich den Haut-UV-Typen in vier Klassen eingeteilt. Die allgemeine Vorhersage (keine bis sehr hohe Belastung) wird künftig entsprechend der errechneten Klasse nach oben oder unten revidiert. Wird das integrierte GPS eingestellt, passt sich die Pollenwarnung bei einem Ortswechsel entsprechend der neuen Position an. Da sich die persönliche Belastung im Saisonverlauf verändern kann - also abhängig von Stressbelastung, Tagesverfassung – sollte man seine Beschwerden regelmäßig, am besten täglich, in das Pollen-Tagebuch eintragen.

Forschung

Im Hintergrund wird eifrig geforscht: Da Allergien sehr komplex und von Patient zu Patient verschieden sind, verlangt dies maßgeschneiderte Lösungen, weshalb die MedUni Wien die Allergologie zu einem ihrer Forschungsschwerpunkte definiert hat. "Die Ziele sind klar gesteckt: Wir arbeiten daran, Therapien mit effizienterer und noch sicherer Wirkung zu entwickeln. Zum einen sollen die Behandlungszeiten verkürzt und zum anderen neue Verabreichungsformen gefunden werden", sagte Barbara Bohle, Leiterin des Instituts für Pathopsychologie und Allergieforschung.

Dem Thema Aufklärung und Information widmet sich auch der "Welt-Allergie- und Asthma-Tag", der am 7. April 2013, von 10.00 bis 17.30 Uhr im Wiener Rathaus über die Bühne gehen wird. Angeboten werden unter anderem kostenlose Allergie-Tests, Lungenfunktionsprüfung, Beratung und Experten-Vorträge.

Erstellt am 13.03.2013