Wissen
23.08.2018

Akuter Schlafmangel lässt Muskeln schwinden

Schon eine schlaflose Nacht hat Folgen - und verändert den Stoffwechsel von Muskeln und Fett.

Eine durchzechte Nacht hinterlässt nicht nur äußerlich Spuren - auch der Körper verändert sich: Akuter Schlafmangel beeinflusst offenbar sehr schnell die Funktion von Fett- und Muskelgewebe. Das hat ein Wissenschafterteam unter Jonathan Cedernaes von der Universität von Uppsala in Schweden in Experimenten mit 15 Probanden herausgefunden.

Dass Schlafmangel ungesund ist und langfristig sogar an der Entstehung von Übergewicht und Diabetes beteiligt sein kann, wurde bereits in früheren Studien festgestellt. Cedernaes und das Forscherteam wollten nun wissen, wie sich Schlafmangel auf das Gewebe auswirkt. Bei 15 Probanden wurden unter normalen Schlafbedingungen bzw. nach einer durchwachten Nacht im Zuge der Studie Proben von Fett- und Muskelgewebe entnommen und untersucht.

Weniger Muskeln, mehr Fett

Die Resultate wurden jetzt im Fachblatt Science Advances publiziert. "Wir fanden, dass akuter Schlafmangel die Methylierung der gesamten DNA im Fettgewebe verändert", schrieben die Wissenschafter. So änderte sich der Stoffwechsel in Richtung von Entzündungszeichen sowohl beim Fett- als auch beim Muskelgewebe, wenn akuter Schlafentzug erfolgt war.

Veränderungen der "Inneren Uhr" zeigten sich aber nur in Muskelzellen. Während sich Schlafmangel für Muskelzellen eher abbauend auswirkte, hatte er auf Fettgewebe einen Wachstums-anregenden Effekt.