Nach 125 Jahren ist die Personenbeförderung Alltag.

© APA/AFP/ANP/JERRY LAMPEN

Patent
03/17/2017

10 Kuriositäten zur Rolltreppe

Vor 125 Jahren wurde das Patent für den "endlose Fahrsteig" angemeldet. Fakten aus dem Alltag der Aufstieghilfe.

Ob in U-Bahn-Stationen, Kaufhäusern oder am Flughafen - Rolltreppen sind aus dem urbanen Alltag kaum wegzudenken. Millionen von Menschen steigen täglich auf die Fahrtreppe - so die korrekte Bezeichnung - und werden „Rechts stehen, links gehen“ (mancherorts auch umgekehrt) befördert.

1859 wurde erstmals ein US-Patent auf eine Rolltreppe mit fahrenden Stufen erteilt. Da das technische Konzept jedoch zu kompliziert war, wurde keine Anlage dieser Art ausgeführt. Der Durchbruch sollte bis zum 15. März 1892 dauern. Damals wurde Jesse W. Reno das US-Patent auf eine Personenförderanlage erteilt. Die Erfindung bestand zwar noch nicht aus keilförmigen Stufen - sondern aus einem Gummischrägband mit Holzplatten -, das schräge Förderband mit festen, flachen Gliedern gilt trotzdem als Ur-Modell der Personenbeförderung.

Zum 125. Geburtstag haben sich zehn kuriose Fakten zum endlosen Fahrsteig angesammelt.

1. Die erste Rolltreppe für die Öffentlichkeit war gar keine, sondern eher eine Art schräges Fahrband. Erfinder Jesse Reno aus dem US-Bundesstaat Kansas installierte es laut Guinness Buch der Rekorde zwei Wochen lang im New Yorker Vergnügungspark Coney Island. Rund 75.000 Besucher fuhren darauf. Auch an der New Yorker U-Bahn-Station Cortland Street soll in dieser Zeit eine erste Rollbahn installiert worden sein.

2. Heute gibt es allein in den USA nach Angaben des Aufzug- und Rolltreppenverbandes rund 35.000 Rolltreppen, die täglich mehr als 245 Millionen Menschen befördern.

3. Die wohl längste Rolltreppe der Welt fährt in der St. Petersburger U-Bahn. Sie geht über 137 Meter.

4. Die längste freistehende Rolltreppe der Welt steht in Atlanta im US-Bundesstaat Georgia. Im Innenhof des Hauptquartiers des TV-Senders CNN führt sie über 62 Meter acht Stockwerke hoch. Wer mit ihr fahren will, muss eine Tour durch das CNN-Gebäude buchen.

5. Die kürzeste Rolltreppe hat gerade einmal fünf Stufen und führt über 83 Zentimeter im japanischen Kawasaki.

6. Auch Wendelrolltreppen gibt es, zum Beispiel in einem Shoppingcenter in San Francisco. In einigen Läden in New York gibt es beispielsweise auch eigene Rolltreppen für Einkaufswägen.

7. Rechts stehen, links gehen? Das gilt in vielen Ländern der Welt als Rolltreppen-Etikette. Allerdings nicht in allen - und mancherorts nicht mehr. So hoben die Betreiber der U-Bahn im chinesischen Nanjing die Regel kürzlich auf, weil die Rolltreppen sich links und rechts zu unterschiedlich abnutzten.

8. Die Rolltreppe heißt offiziell Fahrtreppe.

9. Alles rund um die Fahrtreppe regelt in der EU die Norm EN 115. Je nach Neigung dürfen Fahrtreppen demnach mit 0,5 bis 0,75 Metern pro Sekunde unterwegs sein. Der Handlauf darf auf keinen Fall langsamer und nur bis zu zwei Prozent schneller sein.

10. Eine ganz besondere Bedeutung haben Rolltreppen im kolumbianischen Medellín. Jahrzehntelang beherrschte Drogenkriminalität die Stadt, insbesondere die an steilen Berghängen gelegenen Armenviertel. Eines davon, die Comuna 13, bekam 2011 mehrere insgesamt fast 400 Meter lange Rolltreppen, die das Viertel besser zugänglich machten und dabei halfen, die Kriminalität in den Griff zu bekommen.

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