Wirtschaft
12.12.2017

Zwölf-Stunden-Arbeitstag ist in der EU Durchschnitt

Mit einer Verlängerung der täglichen Arbeitszeit wäre Österreich nicht im Extrembereich.

Als sich ÖVP und FPÖ vergangene Woche bei ihren Koalitionsverhandlungen darauf einigten, die maximal zulässige Arbeitszeit von zehn auf zwölf Stunden zu erhöhen, gingen die Wellen hoch. Die Denkfabrik Agenda Austria hat sich nun angesehen, wie Österreich mit dieser Regelung im EU-Vergleich abschneiden würde und wie lange in anderen Ländern gearbeitet werden darf.

Mit einer maximal zulässigen Arbeitszeit von zwölf Stunden läge Österreich im EU-Durchschnitt und würde zu anderen Ländern wie Griechenland und Niederlande aufschließen (siehe Grafik).

Mehr gearbeitet werden darf etwa in Schweden und Dänemark. Hier gibt es keine Regelungen, weshalb die EU-weite Vorschrift greift, die eine Arbeitsruhe von mindestens elf Stunden vorsieht. Nach wie vor bei zehn Stunden liegen unter anderem Deutschland und Slowenien.

Laut Plänen von ÖVP und FPÖ dürften künftig pro Woche maximal 60 Stunden gearbeitet werden. An der gesetzlichen Normalarbeitszeit ändert sich nichts, sie liegt weiterhin bei 40 Stunden pro Woche. Wenn aber in Stoßzeiten mehr Arbeit anfällt, darf mehr gearbeitet werden.

Krank arbeiten

In Österreich weiterhin ein Thema bleibt der Umgang mit Krankheit und Arbeit. 33 Prozent der unselbstständigen Arbeitnehmer gehen laut aktuellem IFES-Arbeitsgesundheitsmonitor in die Arbeit, obwohl sie nicht gesund sind. Der Anteil ist seit fünf Jahren konstant.

Hauptgrund, um krank arbeiten zu gehen, ist für sechs von zehn Befragten das Pflichtgefühl gegenüber Kollegen. Arbeiter haben öfter Angst vor Konsequenzen – die bis zum Jobverlust reichen – als Angestellte und öffentlich Bedienstete.