Zumtobel-Mitarbeiter in Dornbirn

© APA/BARBARA GINDL

Wirtschaft
06/25/2020

Zumtobel schreibt wieder schwarze Zahlen

Jahresergebnis um 30 Mio. auf 14,5 Mio. Euro verbessert, aber kein Ausblick für 2020/21. Dividende trotz Kurzarbeit.

Nach zwei Verlustjahren schaffte der Vorarlberger Leuchtenhersteller Zumtobel im Vorjahr wieder die Rückkehr in die Gewinnzone. Das Jahresergebnis verbesserte sich um 30 Mio. Euro auf plus 14,5 Mio. Euro. Der Umsatz ist wegen der Coronakrise gesunken. Einen konkreter Ausblick für 2020/21 gibt es wegen der Corona-Pandemie nicht. "Wir fahren auf Sicht", so Zumtobel-Chef Alfred Felder. Eine genauere Prognose soll es im September oder Oktober geben.

Die Aktionäre sollen eine Dividende von 10 Cent je Aktie erhalten, für die beiden vorherigen Jahre hatte es keine Dividende gegeben. Das um Sondereffekte bereinigte Gruppen-Ebit hat sich auf 53,9 Mio. Euro fast verdoppelt. Die bereinigte Ebit-Marge sei von 2,4 auf 4,8 Prozent gestiegen und damit am oberen Ende der prognostizierten Spanne von 3 bis 5 Prozent gelegen. Im Jahresergebnis seien im abgelaufenen Geschäftsjahr Sondereffekte von 18,8 Mio. Euro enthalten gewesen, nach 25,0 Mio. Euro.

Umstrukturierung greift

Die Ergebnisverbesserung zeige, dass das Strategieprogramm Fokus greife, sagte Felder zur APA. Nach zwei harten Jahren zeigten sich nun weiterführende Erfolge, mit denen Zumtobel noch einmal stärker durch die Krise komme.

Der Umsatz ist laut Mitteilung bis einschließlich Februar und damit in den ersten zehn Monaten um 1,5 Prozent gewachsen, jedoch im gesamten Geschäftsjahr 2019/20 infolge der weltweiten Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie gegenüber dem Vorjahr um 2,6 Prozent auf 1,13 Mrd. Euro gesunken. Von der Krise besonders betroffen waren die wichtigen Märkte Großbritannien, Frankreich und Italien.

Im Lockdown wegen der Corona-Krise sei auch die globale Lieferkette unterbrochen gewesen. Die Umsätze hätten sich nun wieder auf deutlich niedrigerem Niveau stabilisiert, sagte Felder. Durch die Öffnung sehe Zumtobel nun aber eine "deutliche Belebung", die allerdings langsam von statten gehe. Im laufenden Geschäftsjahr werde Zumtobel bei Umsatz "unter Vorjahr" liegen, im folgenden aber wieder "wachsen", - abhängig auch von der weiteren Entwicklung. Die Umsätze seien stark von der Bauindustrie abhängig.

Kurzarbeit in vier Ländern

Kurzarbeit habe Zumtobel in Österreich, Deutschland, England und Frankreich angemeldet. Insgesamt seien davon noch rund 2.000 Mitarbeiter betroffen, so Felder. In Österreich wolle man die Kurzarbeit bis September fortführen, fahre die Arbeit nun aber wieder "sukzessive hoch". Es gab eine Werksschließung in Frankreich für zwei Wochen wegen Corona, in allen anderen Werken sei man durch rigide Maßnahmen ohne Fall durchgekommen. Die Zahl der Mitarbeiter sei im abgelaufenen Geschäftsjahr auf 6.040 gestiegen, nach 5.878 Beschäftigten. "Wir möchten schnellstmöglich wieder an die erfreuliche operative Entwicklung vor Covid 19 anknüpfen", so Felder.

Dividendenbegründung

Die Gewinn-Ausschüttung von 10 Cent/Aktie an die Aktionäre trotz Inanspruchnahme der Kurzarbeits-Beihilfe rechtfertigt Finanz-Vorstand Thomas Tschol damit, dass die Aktionäre am Erfolg des Unternehmens teilhaben sollen. In den  vergangenen zwei Jahren gab es keine Dividende. "Die Ausschüttung liegt am unteren Ende der Bandbreite zwischen 30 und 50 Prozent". Die Kurzarbeit selbst habe dem Unternehmen zwar geholfen, es hätten aber auch noch andere Maßnahmen zum Erfolg beigetragen.

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