E-Control-Chef Strebl: "Österreichische Energieversorgung ist stabil"

Der neue E-Control-Vorstand über die Spritpreisbremse, hohe Energiepreise und die Kritik an seinem schnellen Rollenwechsel.
Michael Strebl, Wien Energie

In der "ZiB2" war am Mittwoch Michael Strebl, Vorstand der E-Control, zu Gast. Er betonte zunächst die Versorgungslage: "Die österreichische Energieversorgung ist also in der derzeitigen Situation sicher, sie ist stabil."

Die neue Spritpreisbremse bestehe aus zwei Teilen, erklärte Strebl. "Es geht jetzt zum einen einmal darum, dass man hier 5 Cent Reduktion hat, weil die Mineralölsteuer sozusagen reduziert wird." Diese Senkung müsse sofort an den Tankstellen sichtbar sein. Die zweiten fünf Cent seien eine Margenbeschränkung. "Wir als E-Control sind also aufgefordert, hier für Transparenz zu sorgen." Verantwortlich sei letztlich der Preis an der Zapfsäule.

Kontrolle von 3.000 Tankstellen

In Österreich gebe es fast 3.000 Tankstellen. Die E-Control wolle schrittweise kontrollieren, beginnend bei den großen Betreibern. Man greife dabei auch auf den bestehenden Spritpreisrechner zurück. Autobahntankstellen seien ausgenommen. Die genauen Gründe kenne er nicht, sagte Strebl, es gehe aber offenbar darum, "dass man hier dem Tanktourismus sozusagen auch einen Riegel vorschieben will".

Kurzfristig dämpfen, langfristig umbauen

Zur Wirkung der Maßnahme sagte Strebl, kurzfristige Entlastung sei wichtig. Es sei in der Vergangenheit ein Fehler gewesen, die hohen Energiepreise durchrauschen zu lassen. Österreich könne sich globalen Entwicklungen aber nicht entziehen.

Langfristig brauche es einen Ausstieg aus fossiler Energie. "Daher ist es umso wichtiger, langfristig aus dieser fossilen Abhängigkeit herauszukommen, ganz massiv in erneuerbare Energien zu investieren."

Kritik am Seitenwechsel

Kritik gab es vor allem an Strebls raschem Wechsel von der Wien Energie an die Spitze der Regulierungsbehörde. Er sei damit "direkt und ohne Cooling-off-Phase vom Kontrollierten zum Kontrolleur" geworden, lautete der Vorwurf. Strebl räumte ein: "Die Frage nach dem Wechsel, wie Sie ansprechen, ist natürlich berechtigt." Es handle sich um eine neue Rolle, "klar, ich habe jetzt sozusagen die Seiten gewechselt".

Zentral sei für ihn die Unabhängigkeit der E-Control. "Wichtig ist, die Unabhängigkeit der e-Control ist das höchste Gut. Das werde ich natürlich so auch weiterführen." Dafür gebe es klare Regeln und Compliance-Vorschriften. Seine Erfahrung aus der Branche sieht Strebl dabei als Vorteil. "Gerade weil ich ja das als Wiener Energiechef kenne, wie die Mechanismen sind, wie man auch bei einer e-Control zum Beispiel vorstellig wird oder wie man da auch sozusagen eigene Anliegen durchbringen möchte", werde er besonders wachsam sein.

Auch rechtlich sei der Wechsel gedeckt: "Es gibt ja eine klare gesetzliche Regelung". Seine Sachkenntnis sei gerade in der aktuellen Energiekrise ein Vorteil, sagt Strebl.

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