Yesss!-Kunden wandern im Sommer ins A1-Netz

THEMENBILD: NETZBETREIBER A1 UND YESSS!
Foto: APA/HELMUT FOHRINGER A1 kaufte den Billig-Mobilfunker Yesss! um 390 Mio. Euro

Netzqualität für 745.000 Nutzer soll besser werden, Jobs werden keine abgebaut.

„Wir sind zu einem noch stärkeren Spieler am Mobilfunkmarkt geworden“, freut sich A1-Chef Hannes Ametsreiter nach der 390-Millionen-Euro-Übernahme des Diskont-Mobilfunkers Yesss! (Umsatz 2012: 50 Mio. Euro). Drei musste Yesss! im Zuge der Orange-Übernahme an A1 abtreten, das damit von 40 auf 45 Prozent Marktanteil wächst. Anders als Orange wird Yesss! aber nicht als Marke verschwinden, sondern vorerst weiter so funktionieren wie bisher.

Bemerken soll die Kundschaft die A1-Übernahme frühestens im Sommer, wenn sie automatisch auf das A1-Netz umgestellt wird. Ein genaues Datum für die Umstellung gibt es noch nicht, für die Kunden soll sie aber problemlos ablaufen.

Keine Kündigungen

Ametsreiter und Yesss!-Chef Peter Nebenführ erwarten sich davon einen „Qualitätsschub“ für die 745.000 Yesss!-Nutzer. Auf lange Sicht sollen sie dann auch vom LTE-Netz profitieren, das A1 derzeit ausbaut und laut Ametsreiter bei 88 Prozent Abdeckung in Wien und 30 Prozent Abdeckung österreichweit hält (und im KURIER-Test durchaus überzeugen konnte). Außerdem bringe die Yesss!-Übernahme zusätzliche Funkstationen und Frequenzen, die der Netzqualität ebenfalls zuträglich wären.

Im Hintergrund läuft bereits die Übersiedelung der 18 Yesss!-Mitarbeiter in die A1-Zentrale in der Lassallestraße in Wien. Auch die „Customer Service Unit“ mit 15 Mitarbeitern in Horn bleibt bestehen. „Das gesamte Team bleibt, wir wollen alle übernehmen“, verspricht Ametsreiter. Bei Drei-Orange wird es hingegen Kündigungen geben, in welchem Ausmaß, ist nicht bekannt.

Mit der Übernahme kommt A1 jetzt in Besitz eines zweiten Diskont-Mobilfunkers neben Bob (915.000 Kunden). Bob und Yesss! sollen sich dabei aber nicht in die Quere kommen, beide bleiben als Teil einer „Multi-Marken-Strategie“ erhalten.

Keine Kannibalisierung

Diese sieht so aus: Während Bob im Post-Paid-Segment vor allem jene Nutzer bedient, die einen günstigen Tarif zu ihrem Smartphone wollen, ist Yesss! weiter im Pre-Paid- bzw. Wertkarten-Segment zu Hause. „Das eine stört das andere nicht“; so Ametsreiter, „Es sind zwei klar unterschiedliche Marken, weswegen es keine Kannibalisierung geben wird.“ Die Weiterentwicklung des Tarifportfolios von Yesss! werde aber „in enger Abstimmung“ mit A1/Bob vorangetrieben.

Laut Yesss!-Geschäftsführer Nebenführ, dem von A1 ein zweiter Geschäftsführer fürs Finanzielle zur Seite gestellt wird, könne die Billigmarke weiterhin bei Handy-Einsteigern, der jungen Zielgruppe und solchen Nutzern punkten, die Wert auf Anonymität legen. Auch bei Touristen könne man mit Pre-Paid punkten. Der Vertrieb der Wertkarten über die 440 Hofer-Filialen bleibt unverändert.

Offen ist noch, was mit der Marke „One“ passiert, die A1 mitgekauft hat.

(kurier) Erstellt am
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