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Handel
12/17/2014

Wunsch ans Christkind: Besseres Geschäft kurz vor dem Fest

Es werden weniger Geschenke gekauft. Umsätze fließen in andere Branchen und Länder ab.

von Simone Hoepke

Das Christkind bringt die Postler ins Schwitzen. Heuer haben sie an einem Spitzentag 470.000 Packerl ausgetragen – 40.000 mehr als zur Rekordzeit 2013, meldet die Post (mehr dazu hier). Dennoch sind online gekaufte Geschenke noch immer die Ausnahme.

"95 Prozent des Weihnachtsumsatzes werden in Geschäften gemacht", sagt Jutta Pemsel von der Bundessparte Handel. Im Vorjahr belief sich der gesamte Weihnachtsumsatz – also der Mehrumsatz im Dezember gegenüber den anderen Monaten – auf 1,61 Milliarden Euro brutto. Heuer rechnet die Branche mit 1,59 Milliarden Euro. Der große Kaufrausch ist bis zum 3. Adventssamstag ausgeblieben. Die Umsätze der stationären Geschäfte lagen zwei Prozent hinter dem Vorjahr, einzig Drogerien und Parfümerien konnten laut KMU Forschung Austria leicht zulegen.

"Das Umfeld ist schwierig", seufzt Pemsel. Wirtschaftsforscher korrigieren ihre Konjunkturprognosen nach unten, Konsumenten geben weniger aus und als Draufgabe machte das Wetter den Modehändlern einen Strich durch die Rechnung.

Die Hoffnung liegt auf einem starken Endspurt. Erfahrungsgemäß werden 40 Prozent des Weihnachtsumsatzes erst nach dem dritten Einkaufssamstag eingespielt, 15 Prozent überhaupt erst zwischen Weihnachten und Silvester – dann wenn die Gutscheine eingelöst werden. Unterm Strich nimmt die Bedeutung des Weihnachtsgeschäfts ab. Zumindest im Handel. Vor zehn Jahren waren die Geschenke noch für 2,7 Prozent des jährlichen Branchenumsatzes verantwortlich, mittlerweile sind es nur noch 2,4 Prozent. Unterm Christbaum liegen immer mehr Gutscheine für Wellnessurlaube, Städtetrips, Yoga-Kurse oder sonstige Freizeitaktivitäten. Der Konkurrenzkampf wird also nicht nur innerhalb der Branche härter. Jeder dritte Händler geht heuer bereits davon aus, dass er rund um Weihnachten weniger einnehmen wird als im Vorjahr.

Konkurrenzkampf

Konkurrenz kommt auch verschärft aus dem Ausland – in Form von Versandriesen wie Amazon und Zalando. Jeder zweite Euro, den die Österreicher im Internet ausgeben, fließt auf das Konto eines Händlers jenseits der Landesgrenze. Österreichs Web-Shops spielen um Weihnachten 87 Millionen Euro ein.

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