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Geld reicht nicht: Woran viele Start-up-Deals wirklich scheitern

Warum es bei der Wahl eines Investors nicht nur ums Geld geht und was eine gute Zusammenarbeit ausmacht.
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Aus guten Ideen sollen erfolgreiche Unternehmen werden: Deswegen unterstützt WU Ignite Ventures Start-ups in der Pre-Seed-Phase mit jeweils bis zu 50.000 Euro. Unter dem Titel „Startklar“ will der KURIER mithelfen und die heimische Start-up-Szene stärker ins Rampenlicht rücken. Drei Teams sind bereits durchgestartet: constrct, minimist und WeGate, ehemals AINOVO.

Beim Medtech-Start-up WeGate hat sich nicht nur der Name geändert: Neu sind auch der Standort in Wiener Neustadt und der Investor Austrian Center for Medical Innovation and Technology (ACMIT), ein Forschungs- und Entwicklungszentrum für Medizintechnik.

Wie die Zusammenarbeit funktioniert und worauf es bei der Investorensuche ankommt, erklären ACMIT-Managing-Director Bernhard Nußbaumer und WeGate-Gründerin und -CEO Johanna Marie Reinedahl im Interview.

KURIER: Seit Anfang Juli ist ACMIT offiziell Investor von WeGate, und das Medtech-Start-up ist in das ACMIT-Gebäude in Wiener Neustadt gezogen. Wie kam es dazu?

Johanna Marie Reinedahl: Ich war auf der Suche nach neuen Partnern und habe mich auch über die österreichischen Grenzen hinaus auf Events umgesehen, unter anderem beim Start-Summit in der Schweiz. Dort konnte man Gespräche mit Investoren und Branchenexperten buchen. Meine erste Session war mit einem Patentanwalt, der meinte: „Ich hätte die perfekten Kollegen für euch.“

Er hatte offenbar recht. Woran erkennt man einen guten Partner?

Bernhard Nußbaumer: Grundlegend sind wir auf der Suche nach Start-ups, die zu unserer Investment- und Zusammenarbeitsthese passen. Uns ist wichtig, mehr tun zu können, als finanzielle Mittel zur Verfügung zu stellen. Wir wollen uns etwa mit den Zielmärkten und den technischen Aspekten auskennen, damit wir die Hürden gemeinsam gut meistern können.

Reinedahl: Wenn man neue Partner ins Boot holt, denkt man oft nur an finanzielle Unterstützung. Aber man holt sich jemanden Neues ins Team. Deswegen sollte man einen Partner suchen, der nicht nur einen Scheck ausstellen kann, sondern auch operativ unterstützt und das nötige Netzwerk und vor allem Erfahrung mitbringt. Es geht darum, nicht nur ein Ja zu bekommen, sondern das richtige Ja.

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Als Investor: Worauf achten Sie, wenn Sie nach Start-ups Ausschau halten?

Nußbaumer: Meiner Berufserfahrung nach sind es meist nicht die technischen Probleme, die Chaos verursachen, sondern Missverständnisse. Es menschelt bei Start-ups, und wenn man das nicht in den Griff bekommt, klappt es selbst unter den besten Voraussetzungen nicht. Deswegen ist uns das Team sehr wichtig. Zum einen, dass es divers ist und aus unterschiedlichen Persönlichkeiten besteht. Zum anderen, dass es die Fähigkeit und den Willen hat, die Idee auch zum Erfolg zu führen. Start-ups sind ein steiniger Weg. Es passieren immer Dinge, die man nicht planen kann. Es braucht Durchhaltevermögen. Das Schlimmste, was passieren kann, ist, dass die Beteiligten die Motivation verlieren.

Wie vermeidet man das?

Reinedahl: Offene Kommunikation. Dass man sich nicht nur meldet, wenn alles gut läuft, sondern genug Vertrauen da ist, dass man alles kommunizieren kann. Und dass man von Anfang an klärt, welche Vorstellungen und Erwartungen man aneinander hat. Man dasselbe Ziel und dieselbe Vision verfolgt.

Um einen guten Investor zu finden, muss man gesehen werden: Wie macht man als junges Start-up auf sich aufmerksam?

Reinedahl: Es ist ein People-Business, und heutzutage, wo man so viele Kanäle hat – Pitchbühnen auf Messen oder LinkedIn –, sollte man sie auch alle bedienen. Der Außenauftritt ist enorm wichtig.

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