Die Nachfrage nach Studentenwohnungen steigt rasant.

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Alternative zur WG
01/03/2017

Wohnungen für Studenten als ertragreiche Veranlagung entdeckt

Die riesige Nachfrage löst international einen Bauboom aus – auch in Österreich.

von Irmgard Kischko

Auf der Suche nach einer ertragreichen Geldanlage haben internationale Immobilieninvestoren ein neues Feld entdeckt: studentisches Wohnen ist der letzte Schrei. "International gibt es in diesem Bereich bereits einen Boom. Jetzt schwappt dieser auf Österreich über", sagt Franz Pöltl, Geschäftsführer von EHL Investment Consulting, im Gespräch mit dem KURIER.

Studenten werden mobiler

Die Nachfrage nach Studentenwohnungen steige rasant, nicht nur in der Bundeshauptstadt, sondern auch in Graz oder Linz. Denn mittlerweile würden in Österreich bereits 70 Prozent eines Altersjahrgangs ein Hochschulstudium beginnen. Dazu komme die gestiegene Mobilität der Studenten. "Früher hat man in Wien zu studieren begonnen und auch hier abgeschlossen", sagt Pöltl. Jetzt seien Auslandssemester üblich, zugleich kämen viel mehr ausländische Studenten nach Österreich als früher.

Gewandelt habe sich auch der Anspruch der Studenten. Gefragt seien kleine Wohnungen, die von einem Tag auf den anderen bezogen werden könnten und die man flexibel für kurze Zeit nutzen könne. "Wer solche Wohnungen baut, kann hohe Mieten und attraktive Renditen erwarten", erklärt Pöltl. 600 Euro für ein 20-Quadratmeter-Zimmer seien üblich.

Markt wird privat

Kein Wunder daher, dass sich inzwischen viele internationale Entwickler auf diesem Markt tummeln: Corestate, The Student Hotel, International Campus oder das heimische Unternehmen Milestone sind die dominanten Entwickler im studentischen Wohnungsmarkt. "Der Markt ist längst nicht mehr in der Hand von öffentlichen und gemeinnützigen Bauträgern", erklärt der EHL-Experte. Aktuell errichtet Pegasus Capital Partners gemeinsam mit Stonehill ein Studentenwohnhaus mit 633 Zimmern in der Dresdner Straße in Wien, die S+B Gruppe 600 Zimmer in der Nordbahnstraße. Ebenfalls 600 Zimmer wird das studentische Objekt von ARE und Soravia in der Schnirchgasse im 3. Bezirk umfassen und Milestone baut direkt neben der Wirtschaftsuniversität 350 Wohnungen für Studenten.

"Das Potenzial in Österreich ist noch groß", ist Pöltl überzeugt. Immerhin wohnen noch 90 Prozent der Studierenden in privaten Unterkünften oder Wohngemeinschaften. Und die Studentenheime aus den 1970er- und 80er-Jahren würden den heutigen Wohnbedürfnissen nur noch eingeschränkt entsprechen.

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