Salzburg Wohnbau

© /Schwarzenbacher Struber Architekten ZT GmbH

Gewerbe
07/09/2015

"Wohnbau-Offensive startet viel zu spät"

Auftrags-Loch. Bauunternehmen schlecht ausgelastet, Forderung nach Entlastung der Betriebe.

von Irmgard Kischko

"Traurig". Mit diesem Wort resümiert Walter Bornett, Chef der KMU Forschung Austria, den aktuellen wirtschaftlichen Zustand der 230.000 heimischen Gewerbe- und Handwerksbetriebe. Seit fünf Quartalen in Folge schwächle die Nachfrage, und auch im laufenden dritten Quartal erwarten nur 15 Prozent der Klein- und Mittelbetriebe eine Verbesserung.

Besonders schlecht ist der Umfrage der KMU Forschung zufolge die Lage im Baugewerbe, das einen überdurchschnittlichen Rückgang des Auftragsbestands meldet. "Wir bräuchten dringend die angekündigte Wohnbauoffensive", sagt Renate Scheichelbauer-Schuster, Obfrau von Handwerk und Gewerbe in der Wirtschaftskammer. Noch aber habe die Politik noch nicht einmal die Finanzierung dafür gesichert. "Wir befürchten, dass die Offensive viel zu spät, nämlich erst 2017 startet. Notwendig wäre sie aber jetzt", betont Scheichelbauer-Schuster. Im März hat die Regierung beschlossen, in den nächsten fünf Jahren zusätzlich 30.000 Wohnungen zu errichten. Das würde Investitionen von 5,75 Milliarden Euro auslösen.

Sichere Jobs

Trotz der schlechten Wirtschaftslage in Handwerk und Gewerbe seien die Betriebe nicht nur größter Arbeitgeber Österreichs geblieben, sondern hätten im Vorjahr sogar 12.000 neue Arbeitsplätze geschaffen. Auch bei den Lehrlingen seien die Betriebe Spitze: 50.000 junge Menschen seien im Vorjahr in Gewerbe- und Handwerksbetrieben ausgebildet worden – mehr als in Industrie, Handel, Banken und Versicherungen sowie im Tourismus zusammen.

Doch ohne Entlastungen könnte dieser Job-Motor der heimischen Wirtschaft gefährdet sein. Scheichelbauer-Schuster fordert daher eine Lohnnebenkostensenkung und Bürokratieabbau. Springe dann auch noch die Konjunktur an, könnten in den nächsten zehn Jahren 220.000 neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Noch aber ist die Lage prekär. Nicht nur die Unternehmen, die Investitionsgüter produzieren, sind vom Abschwung betroffen. Jetzt spüren auch Bäcker, Friseure oder Fleischer die Zurückhaltung der Konsumenten bei den Ausgaben.

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