Kloburg Wohnbau

© Bernert Martin

Wohnbau-Förderer
12/01/2015

Wettbewerb soll neue Wohnungen billiger machen

In Wien fehlen Tausende leistbare Wohnungen. Eine neue Förderbank soll Schwung in den Wohnbau bringen.

von Irmgard Kischko

Die Wohnungsnachfrage in Wien hat sich seit 2009 vervierfacht, aber der Neubau kommt nicht in Schwung. Folge: Die Neu-Vermietungen werden immer teurer. "Es fehlt an leistbaren Wohnungen", sagt Josef Schmidinger, Chef der s-Bausparkasse.

Er setzt seine Hoffnungen auf die neue Wohnbau-Investitionsbank, deren gesetzliche Grundlage am Freitag im Parlament beschlossen werden soll. 30.000 neue Wohnungen sollen in den kommenden fünf Jahren mit der Mobilisierung von Krediten der Banken, Bausparkassen, der Europäischen Investitionsbank und einer Haftung des Bundes geschaffen werden. "Damit kommt Wettbewerb in den geförderten Wohnbau", freut sich Schmidinger. Wettbewerb mit den Landes-Wohnbauförderungen sollte nicht nur Genehmigungen beschleunigen, sondern auch Baukosten senken.

Länder bremsen

Viel Wettbewerb wird es aber nicht geben. Die Länder haben sich nämlich massiv gegen die neue Bank gewehrt und durchgesetzt, dass künftig die Hälfte der Mittel über die Landesförderung laufen. Diese aber haben hohe Auflagen für die Bauten. Nur die Hälfte der Gelder der Wohnbau-Investitionsbank kann im frei finanzierten Wohnbau vergeben werden. "Wir können zu 1800 Euro pro Quadratmeter bauen, weil wir weniger strenge Vorschriften haben", erklärt Schmidinger. Die landesgeförderten Wohnbauten kommen auf 2300 Euro pro Quadratmeter. Die Ersparnis könne die Monatsmiete um ein bis 1,5 Euro je Quadratmeter senken.

16 Prozent des Energieverbrauchs entfallen auf Wohnungen. "Wir können das auf 14 Prozent drücken. Das heißt aber, dass wir 30 Prozent der Leute aus den Wohnungen drängen, weil sie zu teuer werden", bringt Schmidinger den Auflagen-Wahn auf den Punkt.

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