Wirtschaft
05.12.2011

Wo das meiste Gold gehortet wird

Der Preis für eine Feinunze überschritt erstmals die 1900-Dollar-Marke. Ein Großteil der Reserven lagert in zehn Ländern.

Die Sorgen vor einer Rückkehr in die Rezession lassen den Goldpreis schier unaufhörlich steigen. Am Dienstag überschritt der Preis für eine Feinunze erstmals in der Geschichte die Marke von 1900 Dollar. Im Tagesverlauf fiel der Preis allerdings wieder leicht. Trotz des beispiellosen Höhenflugs sehen Goldexperten nach wie vor kein Ende der Rekordjagd, Morgan Stanley hob zuletzt die Prognose für das Jahresende auf 2500 Dollar an, die meisten anderen Analysten gehen zumindest vom Knacken der 2000er-Marke aus.

Am häufigsten angesteuert wird der "sicherere Hafen" Gold vor allem von Notenbanken. Laut World Gold Council (WGC) stockten die globalen Zentralbanken im Zuge der Schuldenkrise ihre Vorräte im zweiten Quartal um 69,4 Tonnen auf, allen voran die Länder Südkorea, Mexiko und Russland.

Schatzkammer USA

Die mit Abstand größten offiziellen Goldreserven werden nach Daten des WGC mit 8133,6 Tonnen von den USA gehalten. Dahinter folgen Deutschland, Italien, Frankreich, China und die Schweiz. Insgesamt horten nur zehn Länder den Großteil der weltweiten Gold-Reserven von 27.373 Tonnen.

Österreichs Goldreserven schrumpften aufgrund von Verkäufen innerhalb von zehn Jahren von 400 auf 280 Tonnen. Die Erlöse aus dem Goldverkauf durch die Nationalbank (OeNB) flossen in die Aufstockung der Euro-Reserven. Die staatlichen Goldreserven sind nicht nur physische Bestände, zum geringen Teil handelt es sich auch um Gold-Forderungen.

Die weltweit abbaubaren Goldvorkommen dürften ob des neuen Goldrausches rascher erschöpft sein als bisher angenommen. Jüngsten Zahlen des US Geological Survey zufolge sind weltweit nur noch 51.000 Tonnen Gold abbaubar. Allein im Vorjahr betrug die globale Abbaumenge 2500 Tonnen, wobei China (345 Tonnen) und Australien (255 Tonnen) die größten Goldproduzenten waren. Neue Vorkommen zu entdecken, wird immer schwieriger. In Österreich gibt es in den Hohen Tauern (Tauerngold) nach wie vor goldhaltige Erze, deren Abbau sich bisher nicht rentierte.

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