Wirtschaft
16.08.2018

Wienerberger baut mehr Gewinn und auf einen weichen Brexit

Die gute Konjunktur in Osteuropa bringt eine höhere Nachfage nach Baumaterial.

Die gute Konjunktur in Osteuropa sorgt für steigende Gewinne bei Wienerberger. Das gilt sowohl für den Bereich Baumaterialien als auch für das zweite Standbein Rohre und Pflastersteine. In den meisten dieser Länder beträgt das Marktwachstum des Ziegelkonzerns mehr als zwei Prozent.

Der Grund dafür sind die höheren Wachstumsraten der Wirtschaft in den ehemaligen Ostblock-Staaten. Die Baukonjunktur profitiert davon überproportional. Daher ist dort die Nachfrage nach Baumaterial besonders hoch. In Westeuropa sind in beiden Geschäftsbereichen lediglich die Niederlande sowie Norwegen und Irland bei Rohren und Bodenverkleidungen ein ähnlich gutes Pflaster für den Konzern.

Das brachte im ersten Halbjahr sowohl beim Umsatz (plus fünf Prozent auf 1,607 Milliarden Euro) als auch beim Ebit (Gewinn vor Zinsen und Steuern plus 21 Prozent) und auch beim Ergebnis nach Steuern (plus 21 Prozent auf 59,5 Millionen Euro) klare Zuwächse.

Es gab daher für Vorstandsvorsitzenden Heimo Scheuch auch keinen Grund, die bereits genannten ökonomischen Ziele für 2018 zurückzunehmen. Versprochen wird unter anderen weiterhin ein von außerordentlichen Effekten bereinigtes Ebitda (Gewinn vor Zinsen, Steueren und Abschreibungen) zwischen 450 und 470 Millionen Euro. Da es aber im Ermessen eines Unternehmens liegt, welche Posten als „außerordentlich“ bezeichnet werden, ist die Aussagekraft eines solchen „bereinigten Ebitda“ begrenzt.

Großbritannien

Angesprochen auf den Brexit versprühte Scheuch politischen Optimismus. Er ist überzeugt, dass die Austritts-Verhandlungen zwischen der EU und Großbritannien positiv abgeschlossen werden können. „Ich glaube nicht, dass es einen harten Brexit geben wird.“ Schließlich stünden ja auch eine große Zahl von Arbeitsplätzen auf dem Spiel. Die öffentliche Debatte zu diesem Thema will er nicht überbewerten. „Die Politik springt von einem Sager zum nächsten.“

Scheuch sieht in Großbritannien in den kommenden Jahren ein „großes Potenzial“ für Wienerberger. Denn dort sei in der Vergangenheit zu wenig gebaut worden. „Wir sind in England die Nummer zwei und wachsen stärker als die Nummer Eins.“

Im Falle eines harten Brexit rechnen Wirtschaftswissenschaftler mit einem geringeren Wirtschaftswachstum in der EU und vor allem in Großbritannien. Beides hätte negative Auswirkungen auf die künftigen Geschäfte von Wienerberger.