Wirtschaft
19.06.2018

Wiener Börse berechnet Index auf 20 Krypto-Werte

© Bild: Wiener Börse

Das sei ein Beitrag zur Transparenz im Kryptomarkt, sagt Börse-Chef Boschan

Christoph Boschan, Chef der Wiener Börse, will „Licht ins Dunkel der Krypto-Werte bringen“, wie er sagt. Denn Währungen seien diese nur virtuell vorhandenen Finanzprodukte ja eigentlich nicht. 20 dieser Werte – darunter die bekanntesten wie Bitcoin, Etherium, Riple und eos – macht er via Wiener Börse nun handelbar.

Zusammen mit Limeyard, einem in Zürich ansässigen Entwickler von Börsenindizes, wird der Limeyard Crypto Asset Index errechnet, der seit Dienstag dieser Woche in Wien angeboten wird.. Sobald eine Bank ein Produkt auf diesen Index entwickelt, kann darauf auch gehandelt werden.  Das sei ein Beitrag zur Transparenz in diesem Kryptomarkt, ist Boschan überzeugt. Denn alle Werte im Index müssten einiges offenlegen, wie zum Beispiel an welchen Plattformen sie ihre Preise ermitteln. „Alle, die das nicht transparent machen, schließen wir aus“, betont Boschan. Viele Krypto-Werte handelten nämlich über Plattformen, die mit Börsen nichts zu tun hätten – „Mord- und Totschlag-Börsen“, nennt Boschan diese Plattformen.

Insgesamt ist Boschan zufrieden mit dem Börsejahr 2017. Der Umsatz im Aktienhandel ist um 18,6 Prozent auf 66,1 Milliarden Euro gestiegen. Der Jahresüberschuss ergab 21,6 Mio. Euro (bereinigt: 20,5 Mio. Euro), nach einem bereinigten Jahresüberschuss von 19,9 Mio. Euro im Jahr 2016.

Privatisierungen

Boschan wünscht sich von der Politik eine Fortsetzung des Privatisierungsprozesses in Österreich, auch wenn Privatisierung nicht mehr das Megathema früherer Jahre sei. "Es geht eher um Landesvermögen, nicht so sehr um Bundesvermögen." Eine ganz einfache Maßnahme, die sofort umgesetzt werden könnte, "ist die Herstellung eines größeren Streubesitzes bei den Beteiligungen, die bereits an der Börse gelistet sind, und schauen Sie sich die Aktionärsstrukturen der OMV und der Telekom an".

Die öffentliche Hand könne durchaus die Staatsinteressen verwirklichen, die Beteiligungen aber auf 25 Prozent plus eine Aktie reduzieren. "Stellt diese Wohlfahrt der breiten Bevölkerung zur Verfügung", appellierte Boschan. Die Haltung der Regierung bei diesem Thema sei immerhin eine "offen zuhörende".