AMS-Schulungen finden trotz Lockdowns statt

AMS-Schulungen finden trotz Lockdowns statt
Berufliche Aus- und Weiterbildung erneut von Covid-Einschränkungen ausgenommen. Praktische Umsetzung sorgt für Probleme.

Sind Arbeitslose weniger infektiös als Schülerinnen und Schüler? Das fragen sich erneut viele Teilnehmerinnen und -teilnehmer von AMS-Schulungen, die trotz Angst vor Ansteckung nicht einfach zu Hause bleiben dürfen. Denn trotz notwendiger Kontakteinschränkung und steigender Infektionszahlen finden die AMS-Kurse weiterhin überwiegend im Präsenzunterricht statt, bestätigt das AMS eine Anfrage des KURIER. Arbeitslose dürfen daher auch nicht selbst entscheiden, ob sie in den Kurs kommen wollen oder nicht.

3-G-Regel und Maskenpflicht

Wie schon in den früheren Covid-Maßnahmenverordnungen sind berufliche Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen auch diesmal vom Lockdown ausgenommen. Es gilt aber die 3-G-Regel für den Arbeitsplatz sowie FFP2-Maskenpflichtt in allen Kursräumen. Überall dort, wo es möglich und sinnvoll sei, soll auf Fernunterricht umgestellt werden, sagt Helmut Rainer von der Abteilung Förderungen im  AMS. „Wir haben aber viele praktische Ausbildungen, etwa in Werkstätten, wo das nicht möglich ist“.

IT-mäßig schlecht ausgestattet

AMS-Trainer berichten, dass viele Arbeitslose IT-mäßig nicht entsprechend ausgerüstet seien, oft in prekären Wohnverhältnissen leben und daher nicht einfach ins Homeoffice geschickt werden könnten. Es gebe zwar Leih-Laptops, doch diese stünden bei weitem nicht überall zur Verfügung. In den Schulungen komme es aber allein schon wegen vieler K1-Kontaktpersonen in Quarantäne  immer wieder zu Absenzen, was den Unterricht schwierig mache.

Der Verein „Aktive Arbeitslose“ fordert angesichts der akuten Infektionslage, den Arbeitslosen die Teilnahme an den AMS-Kursen bis auf weiteres freizustellen.

AMS bleibt offen

Die AMS-Dienststellen bleiben im Lockdown geöffnet. Vereinbarte Beratungstermine  bleiben aufrecht, es gilt  aber auch hier die 3-G-Regel und FFP2-Maskenpflicht.    Selbstbedienungsterminals und PCs in den Geschäftsstellen sind während des Lockdowns aber nicht benutzbar.  „Wo immer es möglich ist, bitten wir, für den Kontakt zum AMS das eAMS-Konto zu verwenden. Wir werden uns bemühen, eine große Zahl der Kontakte telefonisch abzuhalten“, heißt es beim AMS Wien.   

Wifi Wien stellt stationären Kursbetrieb ein

Beim Wifi entschloss man sich kurzfristig, den Kursbetrieb vorort vorübergehend einzustellen. "Zwischen 22.11.2021 und 24.11.2021 finden keine Kurse in Präsenz statt, teilweise davon ausgenommen sind Prüfungen", heißt es auf der Homepage. "Soweit möglich, werden die Kurse auf Distance Learning umgestellt. Wenn nicht möglich, werden sie verschoben".

Sicherheitskonzept beim bfi Wien

Beim bfi Wien, einem der größten Ausbildungspartner des AMS, wird in den nächsten Tagen überall dort auf Distance Learning umgestellt, "wo es die Ausbildung zulässt", sagt bfi-Wien-Sprecher Jan Weinrich. Dies sei aber bei handwerklichen Schulungen, etwa Schweißerkursen, nicht möglich. Dort gelten für alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer 3-G-Regel und FFP2-Maskenpflicht. Das bereits erprobte Sicherheitskonzept sehe auch ein Ausdünnen der Kursräume sowie regelmäßiges Lüften vor. Ferner würden an den bfi-Standorten regelmäßig Impftermine angeboten.

AK fordert Verzicht auf Sanktionen

Der oberösterreichische Arbeiterkammer-Präsident Johann Kalliauer forderte am Montag, dass das AMS wegen der schwierigen Situation während des neuerlichen Lockdowns auf Sanktionen gegenüber Arbeitssuchenden verzichtet. Eine sechs- bis achtwöchige Sperre des Arbeitslosengeldes oder der Notstandshilfe würde in der jetzigen Situation eine Katastrophe für die Betroffenen bedeuten.

 

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