Wenn Chefs ins Facebook-Profil spähen wollen

dapdIn this photo taken Monday, Oct. 10, 2011, Austrian student Max Schrems sits with files about his activities on his Facebook account that Facebook handed over to him, in Vienna, Austria. Schrems wasnt quite sure what information about himself Facebook
Foto: dapd(c) AP Mit Facebook im Clinch: Jus-Student Max Schrems

Datenschutz-Debatte

E ine Meldung aus den USA rief kürzlich die Datenschützer auf den Plan: Immer mehr Personalchefs verlangen von ihren Job-Bewerbern Zugang zu ihrem persönlichen Facebook-Profil. Um die Aussicht auf den Arbeitsplatz nicht zu verlieren, geben viele Bewerber tatsächlich dem Drängen nach und ihre Zugangsdaten preis.

Die Arbeitgeber erhoffen sich mit dem Blick auf die Facebook-Seite, mehr über die Gewohnheiten, Freunde und Vorlieben herauszubekommen, als im Bewerbungsschreiben angegeben wird. Auch wenn dieses Ausspionieren ein unzulässiger Eingriff in die Privatsphäre ist, so stellt sich die Frage, wie in der Praxis dieses Recht auf Privatsphäre überhaupt durchsetzbar ist.

In den USA befasst sich inzwischen der Senat mit einem Gesetzesentwurf, das Arbeitgebern verbietet, Facebook-Passwörter von Bewerbern oder Mitarbeitern zu erfragen. Facebook selbst kündigte bereits rechtliche Schritte gegen allzu neugierige Chefs an. Facebook habe in den letzten Monaten einen besorgniserregenden Anstieg an Berichten festgestellt, wonach unter anderem Arbeitgeber versuchen, "unangemessenen Zugriff auf Facebook-Profile" zu erhalten, heißt es in einem Blogeintrag von Chef-Datenschützerin Erin Egan. Später wurde die Klags-Drohung aber wieder relativiert.

Der Wiener Jus-Student Max Schrems, der wie berichtet gegen den mangelnden Datenschutz bei Facebook juristisch zu Felde zieht, sucht nun Hilfe bei der EU-Kommission. Seine Wiener Initiative europe-v-facebook ruft alle Nutzer des sozialen Netzwerks derzeit dazu auf, bei der EU-Kommission Beschwerden einzureichen.

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(kurier) Erstellt am
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