Wirtschaft
18.01.2012

Weniger Doppelgleisigkeiten, mehr Gäste

Im Tourismus soll es zu keinen Kürzungen bei den Förderungen kommen. Bund und Ländern arbeiten nun besser zusammen.

Der Start in die Wintersaison ist den heimischen Hoteliers mit einem Plus bei Ankünften und Nächtigungen gelungen. Tourismusminister Reinhold Mitterlehner ist zuversichtlich, dass "ein leichter Aufschwung 2012 aufrecht erhalten werden kann". Nachsatz: Auch wenn die Umsätze "eher stagnieren werden".

Bei den Tourismusförderungen werde es zu keinen Kürzungen kommen, versicherte er beim Hotelierkongress in Schladming. Bei der Budgetsanierung will Mitterlehner vor allem bei den Ausgaben ansetzen. "Bei einer Optimierung des Förderwesens hätte ich einen Spielraum von insgesamt mindestens 800 Mio. Euro." Bei dieser Berechnung seien  große Brocken wie ÖBB, Verwaltung und Gesundheitswesen noch ausgeklammert.

Laut Mitterlehner kann man  aus dem Fördersystem "wahrscheinlich zehn bis 15 Prozent herausnehmen, ohne negative Effekte auszulösen". Das Gesamtvolumen der Förderungen liegt laut Wifo bei 18,3 Milliarden Euro - ohne ÖBB und Spitäler sind es laut Mitterlehner etwa 7 Milliarden Euro. Im Tourismus seien schon viele Doppelgleisigkeiten zwischen Bund und Ländern eliminiert worden. Potenzial sieht der Minister noch bei der thermischen Sanierung, wo Bundes- und Länderförderungen parallel existieren.

Zwist um Österreich Werbung

Bei den Reibereien zwischen der Österreich Werbung (ÖW) und der Hoteliervereinigung  beruhigte Mitterlehner. Die ÖHV sieht sich in die Entscheidungen der ÖW zu wenig eingebunden, es seien "keine kritischen Geister erwünscht", so ÖHV-Präsident Sepp Schellhorn. Mitterlehner versicherte, dass die ÖHV auch künftig "in die Entscheidungsfindung eingebunden sein wird".