Wirtschaft
10.02.2018

Weinexporte: Kontrolliert und abgefüllt

Der Wert der Ausfuhren beträgt fast 150 Millionen Euro. DAC-Systeme steigern den Verkauf. In der Steiermark wird über die Einführung eines solchen Systems für Herkunftsbezeichnungen verhandelt.

Es geht um die Verteidigung eines Weltmeistertitels. 2017 haben steirische Winzer beim Concours mondial du Sauvignon Blanc in Frankreich 11 Gold- und 16 Silbermedaillen abgeräumt. Die höchste Auszeichnung ging an das Weingut Skoff Original für seinen Sauvignon Blanc Kranachberg 2015. Seither kann sich Skoff Weltmeister nennen.

Der Concours Mondial du Sauvignon gilt nämlich als inoffizielle Weltmeisterschaft der Weinsorte Sauvignon Blanc. Heuer findet der Bewerb am 2. und 3. März erstmals in Graz statt. Walter Skoff freut sich nicht nur über seinen Erfolg, sondern auch über die Verkostung in Graz. "Damit rückt die Steiermark in den Fokus der internationalen Weinbranche."

Plus 150 Prozent

Die Anbaufläche für Sauvignon Blanc ist in den vergangenen 15 Jahren in der Steiermark um 150 Prozent gewachsen. Die Nachfrage ist trotz der vielen Prämierungen im deutschsprachigen Raum nicht beliebig steigerbar. Ohne zusätzliche Exporte wird es daher nicht gehen.

Im internationalen Geschäft ist Wein aus Österreich mit einer Gesamtproduktion von zwei bis zweieinhalb Millionen Hektoliter lediglich ein Nischenprodukt. Die großen Weinländer wie Frankreich oder Italien kommen auf Mengen zwischen 40 und 50 Millionen Hektoliter. Selbst in Chile wird etwa fünfmal so viel Wein erzeugt wie in Österreich. Großen Mengen garantieren zwar keine Spitzenqualität, aber sie erhöhen den Bekanntheitsgrad des Produktionslandes.

Der durchschnittliche Weintrinker in China, Japan oder USA verfügt über kein umfassendes Wissen bezüglich des österreichischen Angebots. Weinexporte in diese Länder sind aber besonders interessant, weil man dort hohe Preise erzielen kann. Im Vorjahr wurde insgesamt Wein im Wert von knapp 150 Mio. Euro exportiert.

Eine der Möglichkeiten, den Kunden einen Anhaltspunkt für seine Kaufentscheidung zu geben, ist DAC (Districtus Austriae Controllatus). Diese Bezeichnung ist das gesetzliche Kürzel für besonders gebietstypische Qualitätsweine. "Der Sinn des DAC-Marketings ist es, im internationalen Weingeschäft attraktiv und unaustauschbar zu werden, um dadurch im harten Verdrängungswettbewerb mit rentablen Preisen bestehen zu können", erklärt Willi Klinger, Geschäftsführer von Österreich Weinmarketing, das DAC-Konzept. "Wir haben keine internationalen Großbetriebe mit Weltmarken, sondern wir müssen mit den vielen kleinen, aber qualitätsorientierten Familienbetrieben starke Kollektivmarken erarbeiten."

Voraussetzung für DAC ist, dass sich die mit Winzern besetzten Weinkomitees auf ein gemeinsames Konzept einigen. Im Weinviertel ist das vor dreizehn Jahren gelungen.

Dominante Sorte

Dort ist Grüner Veltliner die dominierende Sorte. Winzer Roman Pfaffl war fünfzehn Jahre lang Obmann des dortigen regionalen Weinkomitees. Er zieht ein "sehr positives" Resümee. "Es gibt auch in anderen Ländern solche Systeme. Da kennen sich die Kunden aus."

Im Weinbaugebiet Wagram (NÖ) konnten sich die Winzer hingegen nicht auf eine DAC-Regelung einigen. Winzer mit Weinsorten, die nicht ins DAC passen, haben Vorbehalte.

In der Steiermark schaut es so aus, als könnte es noch heuer zu einer Einigung auf ein landesweites DAC-System kommen. "Wir sind noch in der Diskussion", sagt Johann Dreisiebner, Obmann des regionalen Weinkomitees Steiermark. "Wir wollen alle qualitätsorientierten Betriebe ins System bekommen. Bei uns steht die Herkunft im Vordergrund. Wir suchen eine Weg beim DAC mit dem Jahrgang 2018 zu beginnen."