Weihnachtsgeschäft: Vorjahresniveau erwartet

Der Wiener Handel ist mit den Weihnachtsumsätzen zufrieden.
Die Wirtschaftskammer rechnet mit rund 350 Euro pro Geschenkkäufer. Gleichzeitig warnt Spartenobmann Rainer Trefelik vor Rabattschlachten im stationären Handel.

Ein braves Christkind - das wünschen sich nicht nur viele Wiener, sondern auch die Unternehmer der Stadt. Die Wirtschaftskammer zeigt sich angesichts der Prognosen recht zufrieden. Das Weihnachtsgeschäft werde mit rund 350 Euro pro Person auf Vorjahresniveau liegen, sagte Handelsobmann Rainer Trefelik am Montag. Auftrieb gibt dem lokalen Handel, dass die Online-Konkurrenz heuer stagnieren dürfte.

Die in einer Pressekonferenz präsentierten Zahlen basieren auf einer von der Kammer in Auftrag gegebenen Umfrage bei Konsumenten sowie Unternehmern. Von letzteren rechnen 28 Prozent, dass sie ihre Umsätze in der Adventzeit im Vergleich zu 2015 steigern können. 46 Prozent erwarten, das Vorjahresniveau zu erreichen.

Stationäre Handel behauptet sich gut

Trefelik betonte die Wichtigkeit des stationären Handels. Und dieser dürfte sich im Kampf gegen Bestelldienste im Internet derzeit recht gut behaupten können. Denn der Anteil jener Personen, die angeben, auch online Geschenke zu kaufen, ist zum ersten Mal seit Jahren wieder leicht gesunken - von 42 auf 40 Prozent.

"Die Sensibilität der Kunden steigt", meinte Trefelik. Soll heißen: Käufer schätzen Beratung wieder mehr, hinterfragen aber auch zusehends die Dinge im Hintergrund - also etwa Arbeitsbedingungen oder Steuerpolitik. "Große internationale Konzerne schaffen kaum Arbeits- oder Ausbildungsplätze in Österreich und agieren im unfairen Wettbewerb", verwies der Spartenobmann etwa auf die Umgehungspraktiken bei der Abführung von Steuern.

Info aus dem Internet, Kauf ums Eck

Klar informierten sich immer mehr Menschen im Internet über Produkte. Das sei auch nicht schlecht. Ziel müsse sein, die Kunden dann aber für den tatsächlichen Kauf ins Geschäft ums Eck zu bringen, so Trefelik. Rabattschlachten als Rezept empfiehlt der Handelsobmann allerdings nicht. Die Schlacht gegen Online lasse sich so nicht gewinnen. Denn der Kunde gewöhne sich daran und wünsche immer mehr solcher Aktionstage: "Es bleibt dann immer weniger Zeit, die Deckungsbeiträge zu erwirtschaften." Lieber solle der stationäre Einzelhandel auf Qualität, Service und Beratung setzen anstatt auf Auswüchse der "Rabattitis" a la "Black Friday".

Geschenketrends vom ersten Einkaufssamstag hatte Trefelik ebenfalls dabei - mit durchaus veritablen Überraschungen. Denn auf Platz drei finden sich in der Hitliste der Präsente - hinter Büchern und Technik wie Handys oder Spielkonsolen ferngesteuerte Multikopter, gerne auch "Drohnen" genannt. Dahinter folgen Action-Figuren und Virtual-Reality-Brillen.

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