Wirtschaft
20.12.2012

Fast jeder Dritte hat noch kein Geschenk

Last-Minute-Käufer sollen das leicht rückläufige Weihnachtsgeschäft für die Händler doch noch retten.

Nur noch drei Einkaufstage vor Weihnachten und noch immer kein Geschenk? Da ist man in bester Gesellschaft. Immerhin 31 Prozent besorgen heuer ihre Weihnachtsgeschenke erst kurz vor oder am Heiligen Abend. „Die Zahl der Late-Shopper erreicht heuer das höchste Niveau der letzten fünf Jahre“, sagt Peter Voithofer, Chef der KMU Forschung Austria. Die meisten Kurzentschlossenen sind zwischen 15 und 29 Jahre alt und männlich. Die Hälfte der Männer entscheidet sich spontan für ein Geschenk, bei den Frauen sind es nur 40 Prozent.

"Christkindl-Viertelstunde"

Für den heimischen Handel gewinnt die „Christkindl-Viertelstunde“ (benannt nach der Rapid-Viertelstunde, Anm.) zunehmend an Bedeutung. Nach dem bisher etwas zähen Weihnachtsgeschäft mit einem nominellen Umsatzminus von einem Prozent gegenüber dem Vorjahr, hoffen die Händler daher auf ausgabefreudige Last-Minute-Einkäufer. „Je näher Weihnachten rückt, desto stärker wird die Frequenz. Heute hat sich der Parkplatz schon am frühen Vormittag gefüllt“, schildert Sonja Gimplinger, Geschäftsführerin vom Wiener Shopping Center Nord (SCN). Auch sie beobachtet, dass die Geschenke immer später gekauft werden und Gutscheine eine immer größere Rolle spielen. Wenn diese zwischen 27. und 31. Dezember eingelöst werden, zählen sie noch zum Weihnachtsgeschäft dazu: „Die Endbilanz im Handel entscheidet sich dann zu Silvester“, erklärt Voithofer.

Im Vorjahr wurden zu Weihnachten 1,57 Milliarden Euro ausgegeben. Ein Rekordniveau, das heuer wohl nicht erreicht werden wird. Zum einen steigt die Zahl jener, die ihre Geschenke bei ausländischen Internet- oder Versandhändlern bestellen, und zum anderen verzichten immer mehr Menschen ganz auf Konsumgeschenke.

Verweigerer

Schon elf Prozent der Österreicher kaufen laut KMU Forschung Austria gar keine Weihnachtsgeschenke, zwei Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. „Wenn die Menschen sich mehr Zeit oder persönliche Sachen schenken, so ist das zwar erfreulich, aber für den Handel nicht sehr berauschend“, kommentiert Handelsobfrau Bettina Lorentschitsch diesen Trend zur Konsumzurückhaltung. Dies zeigt sich auch bei den Ausgaben. Das geplante Weihnachtsbudget fällt heuer mit durchschnittlich 360 Euro pro Käufer geringer als im Vorjahr mit 370 Euro aus.

Im Branchenvergleich am besten läuft es bisher im Schuh- und Sportartikelhandel – auch wegen der Witterung – sowie bei Parfümerien. Deutlich hinter dem Vorjahresniveau liegen hingegen Bekleidungs-, Lederwaren- und Spielwarengeschäfte.