Wirtschaftsminister: „Wir brauchen mehr Wasserkraftwerke“
Wasserkraft ist in Österreich von großer Bedeutung. Rund zwei Drittel des gesamten Strombedarfs speist sich aus dem Angebot von rund 5.000 Kraftwerken – vor allem viele kleine Anlagen bis hin zu Großkraftwerken wie im Kärntner Maltatal. Rund drei Viertel des wirtschaftlich nutzbaren Potenzials werden laut WWF bereits ausgeschöpft. Entlang der Donau etwa gebe es bereits 11 Kraftwerke, es seien nur noch die Wachau und der Bereich östlich von Wien frei fließend. Dennoch will Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer nun voll auf Wasserkraft setzen.
„Wir brauchen mehr Wasserkraftwerke“, sagte er im Rahmen eines Hintergrundgesprächs vor Journalisten. Konkret möchte er im Rahmen der kürzlich vorgestellten Industriestrategie Pumpspeicherkraftwerke forcieren. Dabei werden Stromüberschüsse genutzt, um Wasser von einem tieferen in ein oberes Becken zu pumpen. Bei Bedarf fließt das Wasser zurück und treibt Turbinen zur Stromerzeugung an.
„Mit Photovoltaik alleine werden wir es nicht schaffen“, so der Minister und nennt als Beispiel den nun endenden Winter, in dem es nur wenig Sonne und Wind gab. Daher laute seine Priorität Wasser vor Wind und PV, wobei Letztere nur in Zusammenhang mit entsprechenden Speichern.
Bis Jahresende will sein Ministerium eine Landkarte für mögliche Flusskraftwerksstandorte erstellen. Auf Basis derer soll dann die weitere Planung erfolgen, wobei es Hattmannsdorfer bewusst ist, dass es ein „politisch schwieriges Thema“ sei. Das Kraftwerk Freudenau etwa in Wien, das 1998 fertiggestellt wurde, kostete damals 1,1 Milliarden Euro.
Neues Gesetz
Helfen soll das Erneuerbare-Ausbau-Beschleunigungsgesetz (EABG), das bis dahin in Kraft getreten sein soll. Dieses soll eine schnellere Umsetzung erneuerbarer Energieprojekte ermöglichen. Beim Pumpspeicherkraftwerk Limberg III in Kaprun habe es etwa 20 Jahre bis zur Inbetriebnahme gedauert.
Im Rahmen des Gesetzes werden den Bundesländern je nach Machbarkeit auch gewisse Vorgaben gemacht, wie der Ausbau der Erneuerbaren auszusehen hat. Laut Hattmannsdorfer werden vor allem Ziele vorgegeben, aber nicht der Weg dorthin. „Die Bundesländer wissen das besser.“ Das sei der Unterschied zu den vergangenen Jahren, als Klimapolitik mit dem Zeigefinger gemacht worden sei.
Auch den Netzinfrastrukturplan will Hattmannsdorfer neu aufsetzen in Hinblick auf eine verpflichtende Abstimmung zwischen den Bundesländern betreffend Netzausbau. Mangels dieser käme es trotz ausreichender Energieerzeugung teilweise zu Engpässen.
Hattmannsdorfer will Österreich zum Innovationstreiber im Energiebereich machen und mit den Maßnahmen den aktuellen Standortnachteil gegenüber Deutschland ausmerzen. Nicht zuletzt mit dem Plan des günstigeren Industriestroms, der noch von Brüssel abgesegnet werden muss. „Wir müssen zu einem Energieexporteur werden, nur so wird Strom leistbarer“, schließt Hattmannsdorfer.
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