Was gut und billig ist

Die österreichische Regierung sollte ihr Sparschwein angestrengter füllen, empfiehlt der IWF.
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Privates Sparpaket: Die Österreicher müssen mehr auf ihr Geld schauen. Ein Konsumentenschützer zeigt, wie das geht – ohne, dass es wehtut.

Kleinvieh macht auch Mist. Gerhard Früholz weiß das – aus langjähriger Erfahrung. Der Chefredakteur vom Konsument, dem Testmagazin des Vereins für Konsumenteninformation (VKI), führt als Beispiel die Katzen ins Treffen.

Seine Kollegen bereiten in diesen Tagen einen Katzenfutter-Test vor. Die konkreten Ergebnisse werden erst im Mai-Heft präsentiert. Dem KURIER hat Früholz schon vorab verraten: „Man bekommt um 20 Cent ein Schälchen Katzenfutter, das um nichts schlechter ist als ein Schälchen um 80 Cent.“

Wer meint, dass die paar Netsch das Kraut nicht fett machen, den verweist der VKI-Experte aufs Kleinvieh: „In einem Jahr kann man bis zu 400 Euro sparen.“ Nachsatz: „Bei einer Katze.“

Gerhard Früholz. Diesen Namen sollte man sich merken. Der kann für uns noch Gold wert sein. Der erfahrene Redakteur (seit 35 Jahren beim Konsument) gibt im April-Heft erstmals gute Tipps, wie man einfach Geld sparen kann, ohne auf viel verzichten zu müssen.

Seine neue Rubrik kommt nicht aus heiterem Himmel: Die Ausgaben für Lebensmittel, Wohnen und Mobilität belasten zunehmend die Haushalte, erklärt Reinhold Russinger von der Arbeiterkammer. Gleichzeitig hat sich die Zahl der Privatkonkurse verdreifacht. Deutlich mehr Menschen im Land suchen nach Einsparungspotenzialen. „Auch wir merken das bei den Anfragen", so VKI-Experte Früholz. „Der Druck, sich mehr mit den eigenen Ausgaben zu beschäftigen, nimmt weiter zu."

Früholz kann bei seinen Tipps auf die peniblen Recherchen seiner Kollegen vertrauen: „Bei uns schaut man schon seit 51 Jahren, was die Konsumenten für ihr Geld bekommen."

Auto-Versicherung

In seiner ersten Rubrik widmet er sich der guten alten Auto-Versicherung: „Viele Leute sind mit ihrem Versicherungsvertreter seit ewig verheiratet. Hier gibt es aber einenormes Einsparungspotenzial." Das Geld liege auf der Straße.

„Wir sagen den Leuten, was gut und billig ist", erklärt Früholz. Die privaten Sparmaßnahmen sollen im Alltag leicht umsetzbar sein, ohne die Lebensqualität nachhaltig zu beeinträchtigen.
Einfach einsparen könne man etwa bei allen Mittelchen gegen Cellulite: „Die bringen aus unser Sicht gar nix. Die kann man vom Einkaufszettel sofort streichen."

Apropos Kosmetika: „Die Handelsmarken schneiden bei unseren Tests regelmäßig gut ab, sind aber vier bis fünf Mal billiger als die Markenprodukte." Natürlich bedingt Sparen auch, sich Zeit zu nehmen, doch Früholz verspricht: „Auf lange Sicht zahlt es sich aus."

 

Hecken-Klescher

Was für seine Kolumne spricht, ist die unübersichtliche moderne Warenwelt: „Das Problem ist heute: Billig heißt nicht immer günstig, teuer heißt nicht immer gut." Beim Sekt gewinnen seit Jahren die Billig-Marken, die beim Diskonter deutlich weniger als zwei Euro kosten. Selbst die beigezogenen und über alle Zweifel erhabenen „ Kost-Sachverständigen " des Bundesamts für Weinbau in Eisenstadt gaben bei Blindverkostungen den vermeintlichen Hecken-Kleschern zuletzt Bestnoten.

Anders die Markt-Situation bei den Wäschetrocknern: „Hier sollte man nicht am falschen Platz sparen. Denn der niedrigere Energieverbrauch von teureren Qualitätsprodukten rechnet sich früher als man denkt."

Fünf bis sieben Tipps will der Journalist in jeder Ausgabe bieten. Dass die Krise kein reines Gerede mehr ist, auch davon kann er berichten: „Es gibt inzwischen Leute, die unser Abo abbestellen, weil sie es sich nicht mehr leisten können."

Er wäre nicht beim VKI, hätte Gerhard Früholz nicht auch für sie einen praktikablen Tipp parat: „Man kann unsere Zeitung inzwischen auch online abonnieren." Noch ein PS zu seinen beiden Katzen: „Die bekommen nur Futter vom Diskonter, weil ich weiß, dass ich ihnen damit nicht schade."

Kernkompetenz: Seit mehr als 50 Jahren

Verein Der VKI, also der Verein für Konsumenteninformation, wurde im Jahr 1961 von den Sozialpartnern der Arbeitgeber und Arbeitnehmer gegründet.

Heft Der Konsument 04/2012 ist bereits das 560. Heft in Folge. Veröffentlicht wurden bisher mehr als 1000 Testergebnisse. Für das Test-Magazin arbeiten sieben Redakteure sowie knapp 20 freie Mitarbeiter.

Aktuell Das Heft 04/2012 widmet sich Staubsaugern, Spotlampen, Fertigsuppen, Amalgamberatungen, Pflück- salaten und Wimperntuschen.

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(kurier) Erstellt am
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