Im Trend sind kleinere Hunde, aber größere Katzen

© /Erik Lam/iStockphoto

Fressnapf
05/28/2016

Was bei Hund und Katz in Mode ist

Mega-Geschäft mit Accessoirs für Heimtiere. Tierärzte ziehen in Fressnapf-Filialen ein.

von Simone Hoepke

Moden gibt es nicht nur bei Hosen und Kleidern, sondern auch bei Haustieren. Derzeit sind kleinere Hunde angesagt, beobachtet Norbert Marschallinger, Geschäftsführer der Heimtiermarktkette Fressnapf. Österreichweit gibt es derzeit geschätzte 617.000 Hunde, davon 183.000 in der Größenklasse von bis zu neun Kilogramm. Marschallinger: "Das sind um 30.000 mehr als noch vor zehn Jahren." Gleichzeitig schaffen sich die Österreicher weniger große Hunde an. Ihre Zahl ist im selben Zeitraum von 190.000 auf 156.000 gesunken.

Währenddessen werden die Katzen in den heimischen Haushalten immer größer – weil Maine-Coons und Norwegische Waldkatzen in Mode sind. Also Rassen, die deutlich größer als gewöhnliche Hauskatzen sind und – auch ohne Übergewicht – bis zu zehn Kilo wiegen.

Tragetaschen

Auf solche Trends reagiert auch die Industrie. Etwa mit größeren und schwereren Kratzbäumen für die Riesenkatzen. Oder mit Accessoires für kleine Hunde. Diese werden gern in Kleidung gesteckt, bekommen überdurchschnittlich oft auffällige Halsbänder verpasst oder werden in eigenen Tragetaschen in der U-Bahn transportiert. Die entsprechenden Accessoires füllen ganze Messehallen, wie dieses Wochenende bei der Interzoo, der Leitmesse für Heimtierbedarf in Nürnberg.

"Dort sind viele Aussteller aus Asien oder den USA, die auch Hochzeitskleider oder Batman-Kostüme für die Tiere verkaufen", sagt der Fressnapf-Österreich-Chef. "In unseren Märkten wird es so etwas aber nicht zu kaufen geben", macht er klar.

Die deutsche Fressnapf-Gruppe (Fressnapf, Megazoo), in zwölf europäischen Ländern mit 1200 Märkten vertreten, macht in Österreich 90 Prozent ihres Geschäfts mit Katzen- und Hundefutter. Im Vorjahr stieg der Umsatz um 3,9 Prozent auf 146,5 Millionen Euro. "Der Trend geht ganz klar hin zu höherwertigem Futter", erklärt Marschallinger einen Teil der Zuwächse. Futter ohne Geschmacksverstärker, Konservierungsmittel oder Farbstoffe ist zum Millionengeschäft geworden. Sowie Hunde- und Katzenfutter mit hohem Fleisch-Anteil und wenig Kohlenhydraten.

Klingt skurril, ist aber ein Ergebnis des Preiskampfes bei konventionellen Dosen und Futtersäcken. Um billig anbieten zu können, mischen Hersteller gerne Weizen ins Futter, wissen Branchenbeobachter. Da das aber nicht jeder Hund verträgt, wird gleichzeitig auch wieder der Markt mit Spezialfutter befeuert. Dieser ist mehrheitlich in Händen der Spezialisten, also von Fachhändlern und Tierärzten.

Geht es nach den Plänen Marschallingers, sollen künftig Tierärzte in seine Märkte einziehen. In vier Megazoo-Standorten gibt es schon angeschlossene Tierarztpraxen, seit kurzem auch eine in einer Wiener Fressnapf-Filiale. Derzeit ist die Kette auf der Suche nach Partnern. Für die Einrichtung einer Tierarztpraxis werden mindestens 250.000 Euro veranschlagt.

Futter-Riesen

Der Heimtiermarkt in Österreich wird mit rund 520 Millionen Euro beziffert. Hinter den großen Tierfutter-Marken stehen oft große Lebensmittel-Konzerne. So produziert der Schweizer Nestlé-Konzern unter anderem Katzenfutter unter den Marken Felix, Gourmet, ProPlan oder Hundefutter der Marken Purina oder Beneful. Der US-Konzern Mars (bekannt etwa für die "Menschen-Marken" Balisto, Twix, Amicelli) produziert in seiner Sparte für Tiernahrung unter anderem die Marken Sheba, Chappi, Frolic, Whiskas, Royal Canin oder Pedigree.

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