© REUTERS/ENRIQUE DE LA OSA

Konfliktherde
08/22/2014

Warum der Ölpreis dennoch fällt

Die USA gleichen mit Schieferöl Lieferausfälle aus den Krisenländern aus.

von Irmgard Kischko

Die USA bombardieren religiöse Fanatiker im Irak, zwischen Israel und dem Gaza-Streifen tobt ein Krieg, die Ebola-Epidemie stürzt Westafrika in eine schwere Krise und zwischen der EU und Russland verschärft sich der Wirtschaftskonflikt. Vor wenigen Jahren hätte das alles den Ölpreis steil nach oben geschickt. Denn sowohl Russland als auch der Nahe Osten und Westafrika sind bedeutende Öllieferanten.

Doch Öl kostet in Europa derzeit so wenig wie zuletzt vor 14 Monaten. Der Preis für Nordseeöl der Sorte Brent ist am Donnerstag auf 101,62 Dollar je Fass (159 Liter) gefallen. Im Juli lag der Brent-Preis noch bei 114 Dollar je Fass. Drei wesentliche Faktoren drücken den Ölpreis:

US-Öl "Der Hauptgrund für den tiefen Ölpreis liegt in der steigenden Schieferöl-Produktion der USA. Das gleicht Ausfälle der anderen Staaten locker aus", erklärt Gerald Grohmann, Chef des niederösterreichischen Ölfeldausrüsters Schoeller-Bleckmann Oilfield Equipments. Tatsächlich konnten die USA ihre Ölförderung dank Schieferöl jedes Jahr um eine Million Fass pro Tag ausweiten, schreibt der ungarische Ölmarktanalyst Istvan Zsoldos vom Ölkonzern MOL in seinem Bericht. Das weltweite Ölangebot ist also nicht gefallen.

Angebot stabil Der Ausfall an Ölförderung in den Krisenländern ist sehr gering. Israel, der Gaza-Streifen und auch Syrien produzieren fast kein Öl. Und im Irak sind die großen Ölfelder im Süden des Landes noch in der Hand der Regierung. Die IS-Milizen kontrollieren nur eine Förderung von 80.000 Fass pro Tag. Zudem hat Saudi-Arabien seine Förderung auf Höchstniveau angehoben.

Geringe NachfrageDie schwache weltweite Konjunktur drückt den Ölbedarf. Die Internationale Energie Agentur hat ihre Öl-Verbrauchsprognose um eine Million Fass pro Tag reduziert.

Sprit billiger

Für die heimischen Autofahrer ist der tiefe Ölpreis ein Segen. Diesel kostet erstmals seit Langem wieder weniger als 1,30 Euro je Liter. Heizöl extra leicht ist derzeit mit 90,5 Cent je Liter um fünf Prozent billiger als vor einem Jahr.

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